Lützow : Technische Berufe im Mittelpunkt

Veranstalter der Berufsinfobörse in Wismar sehen großen Nachholbedarf in technischen und naturwissenschaftlichen Schulfächern

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26. September 2017, 05:00 Uhr

Mathe, Physik, naturwissenschaftliche Fächer und Informatik nur Mittelmaß? Immer häufiger haben Unternehmen auf der Suche nach Auszubildenden mit deren nur durchschnittlichen Abschlüssen in den sogenannten MINT-Fächern mit diesem Phänomen zu kämpfen. Deshalb rückt die 22. Berufsinfobörse am 6. und 7. Oktober in der Alten Reithalle in Wismar genau diese Fächer in den Mittelpunkt des Interesses. 67 Aussteller werden an den beiden Tagen um die Gunst der künftigen Auszubildenden sowie Studenten buhlen.

Unter den Ausstellern befindet sich beinahe schon traditionell auch die Treppenmeister Derstappen GmbH aus Lützow. Deren Lehrmeister kennt die Problematik immer schlechter werden Schulnoten in den MINT-Fächern. Bernd Volpert: „Wir haben das Gefühl, dass das Niveau, mit denen die Schüler sich bewerben, von Jahr zu Jahr sinkt.“ Dabei sind diese Fächer sehr wichtig, muss doch ein Tischler in seinem beruflichen Alltag viel rechnen und mit verschiedenen Substanzen und Lacken arbeiten. Ausreichend gute Kenntnisse aus naturwissenschaftlichen Fächern sind hier von Vorteil, aber leider nicht alltäglich. Bei Bedarf greife das Unternehmen seinen Auszubildenden deshalb mit entsprechender Nachhilfe unter die Arme.

Selbiges wollen auch die Veranstalter der Berufsinfobörse mit zwei ganz speziellen Angeboten. Unter dem Motto „Fit für die Bewerbung“ erhalten künftige Schulabgänger wichtige Informationen rund um ihre Bewerbung bei einem potenziellen Ausbildungsbetrieb. 250 Schüler haben sich dafür bereits angemeldet. Sogar 400 Anmeldungen liegen bereits für den 2. Karriere-Navigator vor.

Dieser richtet sich insbesondere an Abiturienten und klärt über Möglichkeiten unterschiedlicher Ausbildungswege in der Region auf. „Es gibt viele junge Leute, die in den Schulen falsch orientiert werden“, sagt Holger Stein. Der Leiter des Berufsschulzentrums Nord (BSZN) in Wismar berichtet in diesem Zusammenhang von einem 26-Jährigen, der am BSZN derzeit eine Berufsausbildung absolviert. Zuvor hatte der junge Mann bereits ein Biologie-Studium begonnen, aber festgestellt, dass dies nichts für ihn ist. Ein typischer, aber vermeidbarer Fall von Fehlorientierung an der Schule. Die Forderung des Schulleiters deshalb: Die Berufsorientierung an den Schulen des Landes muss qualitativ verbessert werden.

Christian Saar, der stellvertretende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Schwerin, ruft alle Schüler des Landkreises zu einem intensiven Besuch der Berufsinfobörse auf. „Macht die Börse zu eurer ganz persönlichen Chefsache! Eine Ausbildung ist und bleibt das Fundament für euer berufliches Leben.“

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