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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 09:24 Uhr

Wismar : Technik statt Tafel und Kreide

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wismars erste iPad-Klasse entsteht an der Bertolt-Brecht-Schule. Sie wird die zweite in Mecklenburg-Vorpommern sein.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Neue Unterrichtsmethoden probieren die Lehrer an der Regionalen Schule „Bertolt Brecht“ ab kommendem Schuljahr aus. Dann wird eine ganze „iPad-Klasse“ eröffnet. Die zweite ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern, die erste in Wismar. Dafür müssen erst einmal die Lehrer zur Weiterbildung mit der modernen Technik. Sie sollen lernen, wie sie die Möglichkeiten, die das iPad bietet, für ihren Unterricht nutzen können.

Die Schüler lernen längst die Hintergründe kennen, haben Weiterbildungen zum Urheberrecht oder den Gefahren des Internets beispielsweise besucht. Dennis Händler (11) und Linnea M. Steinhagen (12) werden zu den Kindern gehören, die mit dem iPad im Ranzen zur Schule kommen dürfen.

Handys und Tablets wie das iPad sind üblicherweise an Schulen und insbesondere im Unterricht absolut tabu. Anders in der „iPad-Klasse“. Das iPad wird dort neben dem klassischen Hefter, dem Schulbuch und natürlich der Tafel im Unterricht eingesetzt. Hausaufgaben zu Hause am Tablet machen und dem Lehrer per Mail schicken? Den Geschichtsstoff mit kleinen Videosequenzen vertiefen? Das komplexe Mathethema mit einem Lehrvideo so oft ansehen können, bis es „klick“ gemacht hat? Oder die Chance haben, dank Verlinkungen beispielsweise viel tiefer in den Unterrichtsstoff eintauchen zu können als das im klassischen Frontalunterricht möglich ist? Oder im Sportunterricht den Bocksprung filmen und in der Zeitlupe gucken, wo die Fehler im Bewegungsablauf sind?

Die Idee ist einfach. Jeder Schüler bekommt ein iPad – finanziert von den Eltern. Dazu einen Vertrag von der Schule mit strengen Regeln. Wer nicht gut mit der teuren Technik umgeht oder beispielsweise den wertvollen Speicherplatz mit Spielen vollknallt statt mit Schulstoff, bekommt Strafen. „Die Lehrer können dann beispielsweise übers Wochenende das iPad einziehen“, lacht Bernd Wöhlbrandt und weiß, dass diese Strafe heutzutage zieht.

Der Lehrer für AWT (Ar¬beit, Wirtschaft, Technik), für Werken, Informatik, Sozialkunde und Hauswirtschaft ist Initiator und Projektmanager der iPad-Klasse. „Wir können in einer multimedialen Zeit nicht mehr nur mit Tafel und Kreide arbeiten“, so der passionierte und engagierte Lehrer. Die Chancen, die die moderne Technik bietet, sollen genutzt werden, im Unterricht und danach bei den Hausaufgaben und dem täglichen Lernen zu Hause. „Das macht die Schule doch gleich viel interessanter“, lacht Linnea. Dennis weiß, dass er zu den Schülern mit vielen Spielen auf dem Minicomputer gehören wird.

Seit zwei Jahren bereiten die Lehrer sich in Abstimmung mit den Eltern und den Behörden sowie den schulischen Entscheidungsträgern auf die Einführung der iPad-Klasse vor. „Auch die Eltern sind begeistert“, erzählt Bernd Wöhlbrandt, auch wenn sie erst einmal die Kosten tragen müssen.

Über vier Jahre – also die restliche Regelschulzeit der Kinder – werden die Geräte finanziert. In Ausnahmefällen kann das teure Gerät bis zur Hälfte bezuschusst werden, die Stadt trägt die Kosten für das Wlan im Klassenraum und den Beamer beispielsweise. Bernd Wöhlbrandt arbeitet eng mit der iPad-Klasse in Neuenkirchen zusammen: „Ich habe dort im Unterricht hospitiert und war begeistert, eine tolle achte Klasse trotz Vollpubertät!“ Als erste staatliche Schule in Mecklenburg-Vorpommern hat die Regionale Schule am Bodden in Neuenkirchen bei Greifswald zwei komplette Klassen mit iPads ausgestattet.

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