Nordestkreis : Tausende Schulstunden fallen aus

Anfrage der Bündnisgrünen zeigt: Auch Schülern von Lützow bis Schlagsdorf ging wertvolle Unterrichtszeit verloren

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23. Juli 2014, 00:00 Uhr

An Schulen in Nordwestmecklenburg sind tausende Unterrichtsstunden komplett ausgefallen. Das ergab einen Kleine Anfrage der Bündnisgrünen zum Unterrichtsausfall in MV. Allein an den Schulstandorten Gadebusch, Rehna, Mühlen Eichsen, Lützow, Schlagsdorf, Carlow und Roggendorf gab es 3096 Ausfallstunden zu verzeichnen. Hinzu kamen hier im Schuljahr 2012/13 insgesamt 12 367 Vertretungsstunden.

Die höchste Ausfallquote in der Region lag mit fünf Prozent an der Mühlen Eichsener Regionalschule. In der dortigen Grundschule waren 1,1 Prozent des Unterrichts ausgefallen. Die geringste Ausfallquote wiesen die Kleinen Grundschulen auf dem Lande aus. In Carlow lag die Quote bei 0,5 Prozent, in Roggendorf bei 0,4 Prozent.

Mit der Kleinen Anfrage wollten die Bündnisgrünen erstmals die Schulausfallquoten für jede staatliche Schule des Landes komplett auf dem Tisch liegen haben. „Wir sind der Auffassung, dass Schüler und Eltern ein Recht darauf haben, die Vertretungs- und Ausfallsituation an ihrer Schule zu kennen – und diese auch mit anderen Schulen vergleichen zu können“, sagt Ulrike Berger, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bisher sei es den Schulleitungen nicht erlaubt gewesen, die Ausfallzahlen für ihre Schule auf Nachfrage mitzuteilen. Schüler und Eltern hätten stattdessen ein schriftliches Auskunftsersuchen beim Bildungsministerium einreichen müssen.

Nur wenn die konkreten Zahlen für einzelne Schulen vorlägen, könnten die konkreten Probleme vor Ort auch sachgerecht und lösungsorientiert diskutiert und angegangen werden. Berger warnte zugleich vor vorschnellen Schuldzuweisungen – die Gründe für Schulausfall seien vielfältig und müssten genau analysiert werden. „Vor Erkrankungen, zum Teil mit unabsehbarer Dauer, ist niemand gefeit“, so Berger weiter.

In den Schulen war aufgrund der Sommerferien gestern niemand erreichbar. An der Ausfall-Misere können allerdings weder sie noch die Schulträger kaum etwas ändern. „Lehrer sind beim Land beschäftigt. Wir als Schulträger sind hier außen vor“, sagt der Gadebuscher Hauptamtsleiter Matthias Jankowski.

Zwar hat das Land MV vor zwei Jahren damit begonnen, zusätzliche Vertretungslehrer einzustellen und einen so genannten Vertretungslehrerpool für Grundschulen zu schaffen. Ausreichend ist dies nach Einschätzung des Gadebuscher Amtsvorstehers Rico Greger jedoch nicht: „Es müssen Nachbesserungen folgen. Jede Unterrichtsstunde die ausfällt, ist nicht gut für die Schüler. Denn ihnen geht wertvolle Unterrichtszeit verloren.“ Greger attestierte Lehrern zudem Lehrern eine hohe Motivation.


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