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Nordwestmecklenburg im Streik : Tarifstreit könnte Verwaltungen Millionen kosten

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Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst könnte den Landkreis Nordwestmecklenburg vor weitere finanzielle Schwierigkeiten stellen. So wird eine Tariferhöhung um 1,5 Prozent Mehrkosten in Höhe von 437 000 Euro verursachen.

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erstellt am 24.Mär.2012 | 02:46 Uhr

Rehna/Grevesmühlen | Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst könnte den Landkreis Nordwestmecklenburg vor weitere finanzielle Schwierigkeiten stellen. So wird bereits eine Tariferhöhung um 1,5 Prozent Mehrkosten in Höhe von 437 000 Euro für den Landkreis nach sich ziehen. Eine 2,5-prozentige Erhöhung wäre mit 800 000 Euro verbunden. Das geht aus Unterlagen des Landkreises Nordwestmecklenburg hervor.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat für Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Die Beschäftigten fordern mindestens 6,5 Prozent mehr Lohn bzw. mindestens 200 Euro im Monat mehr. Weitere Forderungen sind die unbefristete Übernahme für alle Auszubildenden und eine Erhöhung des Ausbildungsentgeltes um 100 Euro.

Sollte ver.di mit der 6,9-prozentigen Tariferhöhung Erfolg haben, müsste allein der Landkreis Nordwestmecklenburg 1,9 Millionen Euro mehr an Personalkosten stemmen. Diese Forderung habe nichts mehr mit Augenmaß zu tun, sagte gestern ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Trotz der Warnstreik-Ankündigung gehen Behörden in Nordwestmecklenburg davon aus, dass es nicht zu größeren Problemen kommen wird. "Wir wissen zwar nicht, in welchem Umfang gestreikt wird. Das Bürgerbüro ist aber auf jeden Fall geöffnet. Ich gehe davon aus, dass auch der Betrieb in der Verwaltung weiter geht. ", sagte Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen. Nach ihren Angaben ging gestern gegen Mittag der Warnstreikaufruf der Gewerkschaft in der Kreisverwaltung ein.

Nach Angaben von ver.di werden nicht nur Beschäftigte der Landkreisverwaltungen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und der Hansestadt Wismar in einen zunächst befristeten Warnstreik treten. Weitere Aktionen sind in Schwerin, Plau am See, den Wasser-und Schifffahrtsämtern, in verschiedenen Ämtern und Stadtverwaltungen, der Unfallkasse MV und verschiedenen Jobcentern geplant. Auch der Beamtenbund wird seine Mitglieder aus den Kommunen und dem Bundesbereich am Montag zum Warnstreik aufrufen. Beschäftigte des Amtes Lützow-Lübstorf werden sich an dem Warnstreik voraussichtlich beteiligen. Der Personalrat habe Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern empfohlen, zeitweilig in den Ausstand zu treten. Die Amtsverwaltung werde jedoch trotz des Warnstreiks für die Bürger geöffnet sein. Die Ämter in Gadebusch und Rehna würden hingegen nicht bestreikt, erklärten gestern Behördenmitarbeiter in den beiden Städten.

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