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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 19:52 Uhr

Gadebusch : Tango statt Leerstand in der Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Marco Kern baut einen ehemaligen Laden in der Lübschen Straße zum Tanzstudio um / Tag der offenen Tür am 2. Oktober

von
erstellt am 10.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Ein Baumkletterer bittet zum Tanz: Marco Kern baut in Gadebusch einen ehemaligen Laden zu einem Tanzstudio um – mitten in der Altstadt. Einst wurden hier Gardinen und Kopfkissen verkauft. Schon bald sollen auf der 70 Quadratmeter großen Tanzfläche Tangopaare ihre Runden drehen, während schräg gegenüber Fahrräder repariert oder direkt nebenan Brillen angepasst werden.

Auf die Idee, ausgerechnet hier ein Tanzstudio zu eröffnen, muss man also erst mal kommen. Doch Marco Kern beschwichtigt: „Schallmaßnahmen sind geplant. Außerdem wird dieses Studio überhaupt nicht zu vergleichen sein mit einem Discobunker – weder von der Musik her noch von der Lautstärke“.

Kerns Nachbarn können sich davon bald selbst überzeugen. Am 2. Oktober lädt der 44-jährige Baumkletterer von 16 bis 18 Uhr alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür in das Studio ein. Und vielleicht erzählt er dann wieder, was man kaum glauben mag: Tanzen habe er eigentlich nie gelernt. „Als die Tanzschule anstand, damals ging ich noch zur Schule, war ich krank. Und spätere Freundinnen beließen es bei der Ankündigung, mir das Tanzen beizubringen“, sagt Marco Kern.

Irgendwann im Jahr 2010 fand er schließlich den Weg zu einem Tanzlehrer in der Nähe von Schönberg. Statt Cha Cha Cha oder Discofox wollte Kern nur eines: Tango lernen. Also stolperte der Kletterprofi als nervöser Tanzanfänger drauflos, machte relativ schnell Fortschritte und tauchte ein halbes Jahre später in die Tangoszene ein. Bereut habe er den Schritt nie, sagt der Gadebuscher. „Ich habe mich eher darüber geärgert, dass ich mir 20 Jahre lang dieses Tanzvergnügen durch die Lappen habe gehen lassen. Dabei schaltet man nämlich komplett ab, vergisst den Alltag und den Stress und tankt stattdessen so viel Energie, dass man Bäume ausreißen könnte“, so der Baumkletterer. Momente des Innehaltens soll es in dem geplanten Tanzstudio auch geben. So sollen beispielsweise regelmäßig Yoga-Stunden und Gelenktraining für Senioren angeboten werden. „Platz ist ja genug da“, sagt Kern über sein Studio. Zwölf Jahre wurde das Objekt als Geschäft genutzt. Später stand der Lader leer und war zuletzt ein Lager.

Nun soll hier neues Leben einziehen – und Tangofans aus Nah und Fern anlocken. Sie nehmen mitunter lange Anfahrtswege für Tangoabende in Kauf. Das wurde bereits deutlich, als Marco Kern noch im Alten Schützenhaus zur „Milonga“ lud. Tangofans aus Schwerin, Lübeck, Ratzeburg und Wismar reisten an, um in der Münzstadt zu Stücken aus den 20er, 30er und 40er Jahren zu tanzen sowie das Spiel von Nähe und Distanz zu wagen.

 

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