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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Oktober 2017 | 07:46 Uhr

NATURNAH : Tafelenten tafeln am Rögeliner See

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Aktuell sind tausende Zugvögel unterwegs/ Zählungen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 23:05 Uhr

Hunderte von Entenarten machten vor wenigen Tagen im Rögeliner See im Norden des Unesco-Biosphärenreservates Schaalsee halt. Aktuell sind tausende Zugvögel unterwegs. Sicherlich haben Sie auch schon zahlreiche Gänse und Kraniche gesehen, die über das Gebiet fliegen? So wurden über 750 Enten, genauer Tafelenten, auf dem Rögeliner See gezählt: Das ist schon etwas Besonderes.

Auf dem Weg zu ihrem Winterquartier (vor allem in der Schweiz) machen sie Stopp auf dem See, um sich von ihrer langen Reise aus Russland (Sibirien) und Südskandinavien zu erholen und neue Kraft für den Weiterflug zu tanken.

Tafelenten haben einen langen, hohen Kopf und eine fliehende Stirn. Sie sind etwas kleiner als die Stockenten. Die Männchen sind gut an dem rotbraunen Kopf und der schwarzen Brust erkennbar. Sie gehören zur Gruppe der Tauchenten und sind bestens daran angepasst. Sie ernähren sich am liebsten von Muscheln und Ringelwürmern, die am Seeboden leben, aber auch von Insekten, Kleinfischen und Amphibien. Somit kommen den Tafelenten auch die Bemühungen des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe zur Erhöhung der Gewässerqualität zu Gute. Durch die verschiedenen Maßnahmen verbesserte sich auch das Nahrungsangebot im See.

Der Name Tafelente ist ein Hinweis auf das leckere Fleisch dieser Ente, denn sie wurde auf die Speisetafel gebracht. Aber auch ihr wissenschaftlicher Name Aythya ferina – spricht dafür: Aythya steht für die Gruppe der Tauchenten ferina heißt Wildbret. Die Tafelente gehört nach Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Sie darf aber auch vom 1. Oktober bis 15. Januar gejagt werden.

Am gleichen Tag wurden auch Bergenten, ein seltener nordischer Durchzügler, Krickenten, Löffelenten und auch Reiherenten, die gern in Gesellschaft mit Tafelenten zu beobachten sind, gezählt. Zusätzlich flogen über 1300 Kraniche über den See in Richtung ihres Winterquartieres im südlichen Spanien, Frankreich oder Nordafrika.

Im Rahmen des internationalen Wasservogelmonitorings sind Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe von August bis April jeweils monatlich an einem Wochenende unterwegs, um an ausgewählten Gewässern die Zugvögel zu erfassen. Seit fast 50 Jahren werden diese internationalen Zählungen durchgeführt, um Schätzungen zu den Bestandszahlen der Vögel und zu den entsprechenden Gebieten für rastende oder überwinternde Zugvögel zu erhalten. Die Daten werden an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie und von dort an den Dachverband Deutscher Avifaunisten weitergeleitet, die diese Daten deutschlandweit koordinieren. Diese Daten sowie von weiteren 150 Ländern gehen zur weltweiten Koordinierungsstelle Wetlands international, mit Sitz in Wageningen.

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