Gadebusch : Tafel fühlt sich im Stich gelassen

So berichteten wir am 2. Februar.
So berichteten wir am 2. Februar.

Nordwest-Bundestagsabgeordnete haben sich bis heute nicht bei der von der Schließung bedrohten Einrichtung gemeldet

svz.de von
12. Februar 2018, 05:00 Uhr

Aus den Augen aus dem Sinn? Gut zwei Wochen sind es nun seit dem Bekanntwerden her, dass der Tafel Gadebusch ab April die finanziellen Mittel zur Finanzierung ihrer Ein-Euro-Jobber seitens des Jobcenters Nordwestmecklenburg gestrichen werden. Lautstark hatten der Schweriner Tafel-Geschäftsführer Peter Grosch und sein Team für die Ausgabestellen Gadebusch, Rehna sowie die Kinder-Tafel Gadebusch sich an die Öffentlichkeit sowie Bundestagsabgeordnete in Berlin gewandt. Passiert ist seitdem – nichts.

„So vergeht nun Woche für Woche. Uns läuft die Zeit davon, dabei brennt das Problem doch unter den Nägeln“, sagt Karin Kluge von der Tafel Gadebusch. Frank Junge (SPD), Dietrich Monstadt, Karin Strenz (beide CDU) – diese Trio soll in Berlin die Interessen ihrer Wähler aus dem Nordwestkreis vertreten. Alle drei versprachen gegenüber SVZ, sich der Problematik annehmen zu wollen. Gemeldet hat sich von dem Hauptstadt-Trio in der fernen Münzstadt aber noch niemand.

Und auch die Kommunalpolitik hält sich erstaunlicherweise weitestgehend zurück. Ist doch die bis heute fehlende Ausfinanzierung der Jobcenter mit den damit verbundenen Negativ-Folgen ein Thema, das weit über Gadebusch hinausreicht.

Lediglich die Kreistagsfraktion Grüne/Liberale/Familie hat sich bislang öffentlich mit der drohenden Schließung der Tafel in Gadebusch und Rehna sowie der drastischen Kürzung von Stellen der Möbel- und Kleiderbörse in Gadebusch befasst. „Unsere Faktion will, dass eine schnelle Lösung gefunden wird, um das Weiterbestehen der Einrichtungen mit ihren zahlreichen Projekten in vollem Umfang zu sichern. Das gilt auch und in besonderem Maße für die Arbeitsgelegenheiten, die vielen Menschen ermöglicht, sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen und einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen“, sagt Fraktionssprecherin Regina Groß. Insbesondere will die Fraktion hier auch die Verwaltungsspitze in die Pflicht nehmen. René Domke, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion: „Wir meinen, dass es nunmehr Aufgabe der Landrätin ist darzulegen, wie eine Lösung aussehen könnte und welche langfristigen Perspektiven in Frage kommen. Die Zuschüsse, um die es geht, sind minimal und ich erwarte, dass hier unbürokratisch und schnell reagiert wird.“ In einer Beschlussvorlage für die nächste Kreistagssitzung soll die Landrätin um eine Darstellung gebeten werden, wie eine Übergangsfinanzierung der Einrichtungen durch den Kreis oder aus anderen Mitteln gewährleistet werden kann.

Der Kreistag von Nordwestmecklenburg trifft sich am 22. Februar um 17 Uhr in Grevesmühlen zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung.

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