Gute Nachricht für Gadebusch und Rehna : Tafel-Aus ist vorerst abgewendet

Land in Sicht für die Tafel Gadebusch: der Europaabgeordnete Arne Gericke, Tafel-Chef Peter Grosch, Landrätin Kerstin Weiss und Jobcenter-Geschäftsführer Martin Greiner (v.l.n.r.).kwia, pera

Land in Sicht für die Tafel Gadebusch: der Europaabgeordnete Arne Gericke, Tafel-Chef Peter Grosch, Landrätin Kerstin Weiss und Jobcenter-Geschäftsführer Martin Greiner (v.l.n.r.).kwia, pera

Rettungsangebote kommen von Jobcenter, Landkreis und dem Europabgeordneten Arne Gericke aus Brüssel

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17. Februar 2018, 05:00 Uhr

Gute Nachrichten zum Wochenende: Das drohende Aus für die Ausgabestellen der Tafel in Gadebusch und Rehna sowie die Kinder-Tafel der Münzstadt ist zumindest vorerst abgewendet. Vorausgesetzt, die Tafel-Betreiber nehmen Angebote vom Jobcenter Nordwestmecklenburg und von dem Europaabgeordneten Arne Gericke (Freie Wähler) aus Brüssel an.

Wegen eines deutlich reduzierten Haushalts sah sich das Jobcenter ursprünglich gezwungen, die personelle Ausfinanzierung der Tafel in Gadebusch komplett zu streichen. Landrätin Kerstin Weiss und Martin Greiner als Geschäftsführer des Jobcenters nahmen sich der Sache aber erneut an und präsentieren nun eine, wenn auch nur vorübergehende, Lösung. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Aufgrund weiterer erzielter Einsparungen im Jobcenter Nordwestmecklenburg ist es nunmehr möglich, eine Verlängerung der Tafeln – wenn auch in angepasster Form – für zunächst sechs Monate in Aussicht zu stellen.“ Diese Zeit müsse jedoch genutzt werden, um über mögliche Alternativen nachzudenken oder andere Formen einer Finanzierung zu erreichen.

Nur wenige Stunden zuvor war in der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung ein weiteres Hilfsangebot zur Rettung der Tafel eingetrudelt. Diesmal jedoch aus Brüssel. „Ich bin seit Anfang der Woche in Kontakt mit der Schweriner Diakonie, habe mich per Brief an Landrätin Kerstin Weiss und Sozialministerin Stefanie Drese gewandt. Es kann nicht sein, dass so eine wichtige Einrichtung wie die Tafel in unserem wohlhabenden Deutschland an ein paar hundert Euro scheitert“, erklärte der Mecklenburger Europaabgeordnete Arne Gericke (Freie Wähler). Der 53-Jährige machte der Tafel ein handfestes Angebot: „Sollte sich bis März keine Lösung abzeichnen, übernehme ich persönlich die Finanzierung von zwei Kräften, was einen Weiterbetrieb der Ausgabestellen garantieren würde.“ Zudem stünde der gebürtige Hamburger selbst ab Anfang April bereit, um ehrenamtlich für die Tafeln mit anzupacken. Mit seinem Versprechen, so Arne Gericke weiter, sei allerdings auch der Wunsch verbunden, dass noch mehr Menschen sich zur ehrenamtlichen Hilfe in Rehna und Gadebusch finden mögen.

„Es tut gut zu sehen, wenn ein Sozialpolitiker die gesellschaftliche Bedeutung der Tafeln erkennt und dafür Partei ergreift“, freut sich der Schweriner Tafel-Geschäftsführer Peter Grosch über das Versprechen des EU-Parlamentariers.

Und auch in der Münzstadt selbst macht man sich Gedanken, wie der Tafel geholfen werden kann. „Wir wollen schauen, ob die Stadt eine günstige Alternative für den Ort der jetzigen Unterbringung der Ausgabestelle im Kreml finden kann“, sagt Ulrich Howest. Der Gadebuscher Bürgermeister könne zwar nichts versprechen, werde sich aber bemühen, eine Änderung im Sinne der Tafel herbeizuführen.

170 Haushalte mit durchschnittlich drei Personen werden aktuell von den beiden Ausgabestellen mit Lebensmitteln versorgt. Darüber hinaus wird für circa 40 Schüler der Förderschule Gadebusch täglich kostenlos eine Frühstücksdose zusammengestellt.

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