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Mobile Küche mach Station in Wismar : Syrischer Salat trifft auf russische Hühnerkoteletts

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Container war schon in Berlin, Frankfurt und Lörrach

Huch, wieso steht ein blauer Container auf dem Platz des Friedens in Wismar-Wendorf? Ein Frachter im Wismarer Hafen wird ihn wohl kaum verloren haben? Nein, der Container ist eine mobile Küche, ein Begegnungszentrum und Integrationsprojekt in einem. „Kitchen on the Run“ heißt die mobile Küche im Container, mit dem großen Tisch davor und den Liegestühlen, die zum Verweilen einladen. All das mitten in Wismar-Wendorf, zwischen der Hochhausarchitektur. Bis zum 10. August wird der Container auf dem zentralen Platz in Wendorf stehen und Menschen aus aller Welt anlocken, um gemeinsam zu kochen, zu essen, abzuwaschen und sich kennen zu lernen.

Syrischer Linsen-Bulgur-Salat trifft auf russische Hühnerkoteletts „Pozharskije“ und vielleicht auf eine Wismarer Fischsuppe? „Wir laden die Bevölkerung ein, jeweils von Dienstag bis Freitag Abend mit uns zu kochen“, erklärt Agnes Disselkamp vom Berliner Verein „Über den Tellerrand e.V.“ Das Prinzip ist ganz einfach: Direkt am Stand oder über die Internetseite „www.kitchenontherun.org“ für ein Datum anmelden, entweder als „normaler“ Gast oder als Gastgeber, der dann im Vorfeld ein Rezept für den Kochabend zur Verfügung stellt. Mit dem Rezept kaufen Ina Peppersack, Daniel Schoon und Agnes Disselkamp vom Verein dann zusammen mit den Gastgebern ein. Und dann ist 17.30 Uhr Treff am Container zum gemeinsamen Kochabend. „Die Teilnahme ist für alle kostenlos!“, erklärt Agnes Disselkamp.

Über Vereine und Verbände oder den direkten Kontakt werden auch Geflüchtete eingeladen. Gemeinsam wird geschnippelt und gekocht, der große Tisch vor dem Container festlich gedeckt, gegessen und getrunken und eben danach abgewaschen. „Spätestens beim Abwasch wird zusammen getanzt“, weiß Agnes Disselkamp aus den bisherigen Erfahrungen. Denn vor Wismar war der Container als „mobiler Integrationsinkubator“ schon in Berlin, Frankfurt und Lörrach auf seiner diesjährigen Deutschlandtour.

Im vergangenen Jahr reiste die mobile Küche durch Europa, war jeweils vier Wochen in Bari (Italien), Marseille (Frankreich), Duisburg (Deutschland), Deventer (Nieder¬lande) und Göteborg (Schweden). Eine typische Flüchtlingsroute – 2400 Menschen aus über 70 verschiedenen Nationen haben bei fast 80 Kochveranstaltungen mitgemacht.

Und die Wismarer? Sie sind seit heute eingeladen, mitzumachen. Essen verbindet, auch wenn man verschiedene Sprachen spricht. Beim Kartoffeln schälen kann man super erste Kontakte knüpfen, beim Fleisch braten aus dem jeweiligen Leben erzählen, bei der Soße die eigenen Vorurteile über Bord werfen und beim Essen erste Gemeinsamkeiten finden – aus spontanen Kochverbindungen werden mitunter Freundschaften! Das wäre die Hoffnung der Organisatoren: in Wismar genug Interessierte zu finden, die solch ein Integrations- und Kennenlernprojekt weiter führen. Bis zum 10. August finden viermal die Woche die Kochabende statt, am 6. August ab 13 Uhr sind alle zum gemeinsamen Abschlusspicknick eingeladen - Speisen, Getränke, Spiele und Instrumente bitte mitbringen.  

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