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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 13:06 Uhr

Saisonstart : Süßer Most aus knackigen Äpfeln

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hochbetrieb bei den Lohnmostereien der Region, Säfte gibt es nach Wunsch

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 23:57 Uhr

Goldgelber Saft aus der eigenen Apfelernte. Wünsche wie diese erfüllen die Lohnmostereien auf dem Land. Dort hat die Saison begonnen. Bis Anfang November wird zwischen Lübseerhagen, Kneese und Lützow-Horst vitaminreicher Saft produziert.

Mit ausreichend Schwung schiebt Andrea Möckel von vom gleichnamigen Betrieb Möckel Most die Tabletts mit frischer Maische, den zerkleinerten Äpfeln, in die Druckpresse. „Wer 200 bis 250 Kilogramm Äpfel vorbeibringt, der kann seinen eigenen Saft erhalten“, sagt die Inhaberin. Bis zu 3,5 Tonnen – zirka 3500 Flaschen – werden täglich im Familienbetrieb in Lübseerhagen an der A 20 verarbeitet und produziert. Seit 16 Jahren versteht sich Andrea Möckel im Mosten. Seit sechs Jahren ist Ehemann Thomas Wendik mit im Boot.

Der kleine Betrieb setzt auf das Pfandflaschensystem. „Diese werden zurückgegeben, von uns in der Waschanlage gereinigt“, sagt Wendik. Folglich habe der Kunde kein Lagerproblem. Grundsätzlich wird der Apfelsaft unmittelbar nach der Herstellung abgefüllt. Somit bleiben alle natürlichen Inhaltsstoffe erhalten. Wer mehr als Apfelsaft möchte, kann nach Wunsch Boskoop mit Birne, mit Fliederbeere, Birne Quitte erhalten.

Apfel ist Trumpf: Heike Bergmann und Ulf Gritzka- Bergmann betreiben seit sieben Jahren ihre Mosterei in Lützow-Horst, dem kleinen Anwesen zwischen Schönwolde und Kneese. Wer zwischen 50 und 80 Kilogramm Obst pflückt und abgibt, der erhält seinen eigenen Saft. „Unser Bestreben besteht darin, ungenutztes Obst von Streuobstwiesen zu verarbeiten - schützen durch nützen. Das wird gepresst und umgehend in Flaschen gefüllt“ , so Gritzka-Bergmann. Der sogenannte Trüb setze sich nicht ab, das ist für die Geschmacksstoffe von Bedeutung. Ebenso sitzen die wertvollen Mineralstoffe im Trüb, so Gritzka-Bergmann weiter. Jeder Kunde kann die Produktion direkt mitverfolgen, eine Beratung über alte und vor allem saftreiche Obstsorten gibt es auf Wunsch. „Je länger die Äpfel an den Bäumen sind, desto besser das Aroma“, sagt Gritzka-Bergmann, der als Streuobstspezialist Ansprechpartner beim Naturschutzbund (Nabu) ist. Folglich setzt die Schaalseemosterei auf unbehandeltes Obst - Bioware. Der Clou in Lützow-Horst: Die Schaalseemosterei bietet 50 sortenreine Apfelsäfte, die selbst geerntet und verarbeitet wurden. Für den Apfelsaft der Kunden können Glasflaschen erworben werden.

Im benachbarten Kneese hat sich die Mosterei von Jochen Schwarz vom Hobbybetrieb zur Lohnmosterei entwickelt. „Ich habe Obstbau gelernt, wollte immer etwas mit Landwirtschaft machen und nun meinen Job in der Industrie aufgegeben“, sagt Schwarz. Er wagte den Sprung ins kalte Wasser und bedient mit weiteren Helfern die Siebband-Presse, die aus der Maische naturbelassenen Obstsaft presst. Sortenreine Säfte sind für den Inhaber des Biosphäre-Qualitätssiegels „Für Leib und Seele“ ein wichtiger Beitrag. Folglich findet Familie Meier aus Perlin nach Kneese. 240 Kilogramm ihres Ananas-Apfels wollen sie entsaften lassen. Hinzu kommt noch der Seestermüher Zitronenapfel. Das Kernobst durchläuft den Häcksler und als Maische weiter auf die Obstpresse. Schwarz gibt eine Schätzung ab: „Zirka 150 Liter Apfelsaft lassen sich aus den Ananasäpfeln gewinnen.“ Gut 30 Minuten später stehen 145 Liter Most in je 5-Liter-Boxen bereit. Jochen Schwarz hat sich für die „Big-in-Box“, die Pappschachtel mit Kunststoffbeutel entschieden, da aus ihnen der Saft immer frisch gezapft, unter Abschluss von Sauerstoff genießbar bleibt. „Die Behälter sind getestet und für Lebensmittel zugelassen“, sagt der Obstbauer. Knapp 80 Cent müssen die Kunden für die 5-Liter-Verpackung einrechnen. Hinzu kommt der Umkarton. Schwarz: „Der ist mehrfach verwertbar.“ Der Saft ist zirka zwei Jahre haltbar.

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