Suche nach dem Segler geht weiter

<strong>Kurze Lagebesprechung</strong> vor dem Abflug des Polizeihubschraubers in Müggenburg.
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Kurze Lagebesprechung vor dem Abflug des Polizeihubschraubers in Müggenburg.

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20. Juli 2012, 09:16 Uhr

Bad Kleinen | Es war der Sonntag, 8. Juli, als sich ein Gewitter über dem Schweriner See entlud. Der Wind brauste auf, erreichte Stärken von 5 bis 6. Es blitzte, donnerte, und es regnete so stark, dass die Sicht keine 15 Meter mehr betrug. Das Unwetter war nur von kurzer Dauer, doch es überraschte die beiden Segler, die mit ihrem 20er Jollenkreuzer auf dem Schweriner See südlich der Insel Lieps unterwegs waren. "Eine Windböe", so haben es Zeugen später der Polizei erzählt, "hat das festgemachte Großsegel erfasst und so das Boot zum Kentern gebracht. Dabei tauchte der Mast komplett unter Wasser." Ein 30-jähriger Mann konnte rund 15 Minuten nach dem Unglück durch eine Bootsbesatzung der DLRG gerettet werden, ein 43-jähriger Mitsegler ist seit diesem Zeitpunkt vermisst.

Max Ehrlich (19) lässt den Motor des großen grauen Rettungsschlauchbootes an und macht die Leinen los. Wieder einmal nimmt der ehrenamtliche Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von der Marina in Bad Kleinen aus Kurs auf die Insel Lieps, die im nördlichen Teil des Schweriner Sees liegt. Mit an Bord ist sein Kollege Oliver Nagel (23), mit an Bord ist auch wieder die Hoffnung, den Mann zu finden. "Den polizeilichen Erfahrungen nach besteht immer noch die Hoffnung, den Vermissten lebend zu finden", sagt ein Polizeisprecher.

Es ist Tag elf nach dem Unglück. Ein Hubschrauber fliegt heran. Gekommen ist er aus Rostock-Laage, hat in Müggenburg bei Wismar schnell noch einen Kriminalbeamten aufgenommen, um an diesem Freitagmorgen die Suchaktion aus der Luft zu unterstützen. Da der Schilfgürtel an manchen Stellen teilweise bis zu 40 Meter weit in den Schweriner See hineinragt, "ist der Einsatz des Polizeihubschraubers unverzichtbar", heißt es von Seiten der Polizei. Auch die Wasserschutzpolizei, die oftmals in den vergangenen Nächten mit Scheinwerfern nach dem Vermissten gesucht hat, kreist wieder mit einem Boot um die Insel, dem rund 300 Meter entfernten Unglücksort und den Uferflächen bei Wiligrad und Retgendorf. Am Vortag hatte das Boot Zeugen des Unfalls an Bord. Mit ihrer Hilfe konnte die Unglücksstelle deutlich eingegrenzt, die letzte Position des gekenterten Segelbootes bestimmt werden. "Nach Auswertung der geologischen Daten wie Wassertiefe und Strömung wird an dieser Stelle nun der Einsatz von Tauchern geprüft", sagt ein Polizeisprecher.

Abgesucht werden jetzt einmal mehr die Uferzonen auf der Insel, die bereits von Suchtrupps durchforstet wurden. Zunächst bestand die Hoffnung, dass sich der erfahrene Segler dorthin hatte retten können. Die umfangreichen Suchmaßnahmen mit Unterstützung der Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Polizeihubschrauber wurden am Tag des Unglücks und am Tag darauf aber erfolglos abgebrochen. Auch an den Tagen danach wurde gesucht, der 43-jährige Schweriner jedoch nicht gefunden. Und auch gestern, am Tag elf nach dem Unglück, blieb die Suche erfolglos. Aber Max Ehrlich und Co. werden auch an den kommenden Vormittagen wieder den Motor anlassen, um auf dem Schweriner See nach dem vermissten Segler zu suchen.

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