Gadebusch : Stühlerücken im Freizeithaus

Alles muss raus: Mitarbeiter des Gadebuscher Bauhofs schleppten gestern nicht mehr benötigtes Mobiliar der Freizeiteinrichtung ins Freie.
Alles muss raus: Mitarbeiter des Gadebuscher Bauhofs schleppten gestern nicht mehr benötigtes Mobiliar der Freizeiteinrichtung ins Freie.

Landkreis findet einen Käufer für die Gadebuscher Immobilie. Der Bauhof soll in Kürze auch die Spielgeräte hinterm Haus abbauen.

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06. März 2018, 05:00 Uhr

Vorne gehen Patienten ein und aus, hinten fliegen Möbel raus: Dieses Bild hat sich gestern in der Gadebuscher Steinstraße 37 geboten. Während im Erdgeschoss Routine in einer Arztpraxis herrschte, schleppten Mitarbeiter des Gadebuscher Bauhofs auf der Rückseite des Gebäudes nicht mehr benötigte Möbel des Freizeithauses ins Freie. Denn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wechselt in Kürze aller Voraussicht nach den Besitzer. So konnte der Landkreis im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung einen potenziellen Käufer finden. Allerdings gab es weitaus weniger Interessenten als vermutet. So wurde lediglich ein Angebot für diese Liegenschaft beim Landkreis Nordwestmecklenburg eingereicht. Zuvor hatten zehn Interessenten die Ausschreibungsunterlagen abgefordert, fünf nutzten die Möglichkeit einer Vor-Ort-Besichtigung.

Auch wenn der Landkreis Nordwestmecklenburg über die konkrete Höhe dieses einen Kaufangebotes keine Angaben macht, so ist sicher: Es lag bei den mindestens geforderten 90 000 Euro. „Da der Bieter die Vorgaben der Ausschreibung erfüllt hat, wird nun die Veräußerung und die Beurkundung des Kaufvertrages vorbereitet“, sagt Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen auf SVZ-Anfrage. Nach ihren Angaben hat der Bieter seinen Wohnsitz in Nordwestmecklenburg.

Das Fachwerkhaus war um 1870 erbaut worden. Es ist zweigeschossig, voll unterkellert und verfügt über ein ausgebautes Dachgeschoss. Nach 1990 wurde das Gebäude teilweise saniert und instandgesetzt. Die Nutzfläche mit Nebengebäuden beträgt 312 Quadratmeter. Nach Grundbuch- und Katasterangaben beträgt die Grundstücksfläche 1051 Quadratmeter.

Während Mitarbeiter des Bauhofes gestern zunächst nicht mehr benötigte Möbel ins Freie trugen, werden sie bald auch auf dem angrenzenden Spielplatz zupacken. „Wir werden die dortigen Spielgeräte abbauen lassen, sie einlagern oder woanders gegen ältere Geräte austauschen. Eine Privatperson möchte verständlicherweise wohl kaum einen Spielplatz auf seinem Grundstück haben“, meint Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest.

Dass das Freizeithaus in der Steinstraße zum Verkauf angeboten wurde, hängt unter anderem damit zusammen, dass der Kinder- und Jugendfreizeitverein aufgelöst wurde. Zuvor hatte der DRK-Kreisverband die Kinder- und Jugendarbeit übernommen. Seit Ende der Winterferien bietet das Freizeithaus seine Angebote für Kinder und Jugendliche im ehemaligen Schützenhaus Am Volkspank an.

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