„Jamel rockt den Förster“ : Studenten planen ein Forstrock-Dorf

Studierende und Professoren der Fakultät Gestaltung beim Probeaufbau für den Messeauftritt auf der „imm cologne“.
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Studierende und Professoren der Fakultät Gestaltung beim Probeaufbau für den Messeauftritt auf der „imm cologne“.

Für das Festival in Jamel entwarfen Studierende ein einheitliche Erscheinungsbild sowie Stände, Außenmöbel und Beleuchtungslösungen

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17. Januar 2018, 20:45 Uhr

Heute noch in Köln, in ein paar Monaten dann vielleicht in Jamel: Studierende der Hochschule Wismar stellen noch bis zum 21. Januar auf der internationalen Einrichtungsmesee „imm cologne“ in Köln ein selbst entworfenes gesamtes, einheitliche Erscheinungsbild – Corporate Design – sowie Stände, Außenmöbel und Beleuchtungslösungen für das Festival „Jamel rockt den Förster“ aus. Damit wollen die Studenten dem Festival für Demokratie und Toleranz einen eigenständigen Wiedererkennungswert geben und es direkt unterstützen.

Der Realisierung des derzeit in Köln präsentierten Projektes vorangegangen ist eine prämierte Bachelor-Thesis von Rebecca Klabes, die als Gestaltungsthema eine Dorf-in-Dorf-Struktur präsentierte. Ziel war es, ein Dorf der Demokratie und Toleranz innerhalb des „Neonazidorfes“ entstehen zu lassen. Der angestrebte Dorfcharakter wird durch die Gestaltungsform der einzelnen Spitzgiebelbuden gestärkt, die auf dem Gelände Straßenfluchten und Plätze bilden. Die Studierendengruppe experimentierte mit diversen Materialien wie Konstruktionsvollholz, Leichtbauwabenplatten aus Pappe und Polypropylen, alten Europaletten und OSB-Platten, um wetter- und festivalfeste Häuser für das „Dorf im Dorf“ zu bauen. Zentraler Teil des Konzeptes ist die platzsparende Lagerbarkeit, aber auch die hohe Recycelfähigkeit der Häuser und Möbel.

Visualisierung des Messestandes.
Visualisierung des Messestandes.
 

Dank großzügiger Materialspenden konnten die Studierenden die Prototypen für die internationale Einrichtungsmesse in Köln erstellen. Für den Bau und den Einsatz der Häuser und Außenmöbel – acht bis zwölf Buden wären es bei vollständiger Umsetzung des Konzepts – wird allerdings noch Hilfe benötigt. Deshalb wurde für das Projekt eine Finanzierungskampagne gestartet, die bereits regen Zuspruch erfahren hat.

Langfristig stellen sich die Studierenden sowie die sie betreuenden Professoren Oliver Hantke, Innenarchitektur, und Stephan Schulz, Professurvertreter Produktdesign, sowie die Eheleute Lohmeyer Patenschaften für die Hütten auf dem Festival vor. So könnten Möbel und Buden auch in Zukunft Bestand haben.

In ihrem Wohnort, dem Dorf Jamel bei Gressow, unweit von Wismar, das sonst überwiegend von der politisch rechten Einstellung der meisten Bewohner geprägt ist, setzen Birgit und Horst Lohmeyer sowie ihre Helfer jedes Jahr im August ein Zeichen und veranstalten ein Rockfestival für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. Aus der einstigen kleinen Feier unter Freunden ist mittlerweile das über den Nordwesten hinaus bekannte Festival „Jamel rockt den Förster“ zu einem beliebten Open Air mit rund dreitausend Besuchern und schnell ausverkauften Eintrittskarten geworden. Viele gemeinnützige Projekte stellten sich in dem kleinen Dorf vor und Bands wie die Toten Hosen, Kraftklub oder die Beatsteaks sorgen mit ihren Auftritten auch musikalisch für große Anziehungskraft.

 

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