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Gadebusch ist Aktionär : Streit um Wemag-Aktien beendet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Städte und Gemeinden stimmen Verteilungsschlüssel für neue Mitglieder zu / Rehna und Gadebusch nun im Anteilseignerverband

von
erstellt am 21.Mär.2017 | 20:55 Uhr

Erst Streit, dann ein Signal von großer Harmonie: Auf der Verbandsversammlung des Kommunalen Anteilseignerverbandes des regionalen Energieversorgers Wemag wurden 15 neue Gemeinden, darunter die Städte Gadebusch, Rehna und Neustadt-Glewe, einstimmig als neue Mitglieder aufgenommen. Der Stimme enthalten hat sich nach deutlicher Kritik der Königsfelder Bürgermeister Klaus Babbe (wir berichteten). Er forderte eine veränderte Eingruppierung der neuen Mitglieder. Sie sollten für ihren verspäteten Eintritt weniger Aktien und eine geringere Gewinnbeteiligung erhalten.

Forderungen, die die Verbandsversammlung am Montagabend in Teilen umsetzte. Somit wurde eine Regelung darüber getroffen, inwiefern diese neuen Gemeinden an den Aktien profitieren sollen, die der Verband im Rahmen der Kommunalisierung von der Vattenfall AG im Jahre 2010 für rund 118 Millionen Euro erworben hat.

Verbandsvorsteher Michael Ankermann, Bürgermeister der Stadt Warin, freute sich über diesen einstimmigen Beschluss. Ankermann: „Jede neue Gemeinde trägt mit ihren Aktien dazu bei, die Solidargemeinschaft zu stärken und ganz konkret mit dem Verzicht auf einen Teil ihrer Dividenden den Abzahlungszeitraum für den aufgenommenen Kredit zu verkürzen.“ Rehnas Leitender Verwaltungsbeamter Hans-Martin Buschhart sieht die Chancen: „Der Kredit lässt sich zügiger tilgen. In Kooperation mit dem Innenministerium wird an einer Umschuldung und den daraus resultierenden Vorteilen dank zinsgünstigerer Kredite gearbeitet.“

Rehna als neuer Anteilseigner verfügt über 25 000 Aktien. Als Neumitglied beteiligt sich die Stadt nun an der Kredittilgung. Statt der 84 Cent erhält Rehna nun 50 Cent Dividende je Aktie. Die Differenz geht in die Tilgung. „Zum Abschluss könnte Rehna schätzungsweise über ein Paket von rund 80 000 Aktien verfügen. Diese sichern bei 94 Cent Ausschüttung pro Aktie jährliche Einnahmen“, so Buschhart. Damit wird allerdings erst mit Kredittilgung ab dem Jahr 2030 gerechnet.

Verbandschef Ankermann bedankte sich bei allen, auch bei der Gemeinde Königsfeld, die mit ihren Anregungen zu der einstimmig gefassten Satzungsänderung beigetragen haben. „Nach diesem Modell können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Gemeinden dazukommen, allerdings mit geringeren Ansprüchen auf zukünftige Aktien“, so der Verbandsvorsteher.

Im Gespräch mit der SVZ lobte Groß Molzahns Bürgermeister Karl-Heinold Buchholz die Neuausrichtung: „Wir begrüßen, dass Klaus Babbe die Diskussion angestoßen hat. Jetzt werden die Gemeinden stärker berücksichtigt, die das Risiko getragen haben.“ Buchholz steht hinter dem guten Kompromiss, sagt aber auch: „Als in 2009 die Entscheidung über die Mitgliedschaft im Verband anstand, haben wir es uns in Groß Molzahn nicht leicht gemacht. Niemand war in der Lage, die positive Entwicklung abzuschätzen.“ Heute seien 16 Prozent des 118-Millionen-Euro-Kredites bereits getilgt.

Gadebusch Bürgermeister Ulrich Howest erinnert sich an die kontroverse Debatte: „Damals dominierte die Angst über die Risiken. Glücklicherweise hat sich die Prognose als belastbar erwiesen.“ Gadebusch verfügt aktuell über 41 427 Aktien und kann unter günstigen Voraussetzungen seinen Anteil nun auf schätzungsweise 100 000 steigern.

 


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