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Widerstand in Gadebusch : Streit um Spielplatz im Stadtwald

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bauausschuss empfiehlt Neugestaltung des maroden Objektes

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Gerhard Schotte ist entsetzt. Gerade hat der Gadebuscher erfahren, dass es Pläne zur Neugestaltung des Kinderspielplatzes am Burgsee gibt. Der in die Jahre gekommene und überwiegend aus Holzelementen und künstlerisch gestaltete Spielplatz am Ufer des Burgsees soll demnach einem Areal mit modernen Spielgeräten weichen. Rutsche, Wippe, Klettergerüst. Ein Unding, findet Schotte: „Eine Veränderung des Spielplatzes wäre ein Stilbruch.“

Doch das Ganze ist keine Falschmeldung, wie es sie so viele neuerdings gibt, sondern real. „Die Stadt Gadebusch hat im vergangenen Jahr Spielgeräte gekauft. Die liegen jetzt da und sollten irgendwo eingebaut werden“, sagt Rainer Baack. Deshalb habe man im Bauausschuss der Münzstadt darüber beraten und sei überein gekommen, dass der Spielplatz im Stadtwald der ideale Platz dafür wäre. So könne der Platz endlich wiederhergerichtet werden. Der Bauausschussvorsitzende: „Viele der Stelen sind teilweise abgängig, verfault und verrottet. Eine Wiederherstellung wäre nicht sinnvoll.“ Darüber hinaus begegne der Gadebuscher bei Spaziergängen am Burgsee immer wieder Eltern mit Kindern, die mit Eimer und Schippe bewaffnet vor dem Spielplatz stehen und enttäuscht wieder den Heimweg antreten, da die Kleinen nirgends im Sand buddeln könnten.

Einige der Stelen faulen vor sich hin.
Einige der Stelen faulen vor sich hin. Foto: Holger Glaner

„Sicher sind Reparaturen, Verbesserungen und Erweiterungen dieses Platzes notwendig, aber der Charakter sollte erhalten bleiben“, sagt Gerhard Schotte und empfiehlt, dazu den Bildhauer Nando Kallweit miteinzubeziehen. Der Badower hatte vor zehn Jahren das Thema „Slawenzeit“ mit in das inhaltliche Konzept zur Gestaltung des Burgseewanderwegs aufgenommen, selbst diverse Objekte beigesteuert. Und so entstanden unterhalb der Museumsanlage ein Back- und Räucherofen, Labyrinth, Teile der Märchenstraße, Slaweninsel und besagter Spielplatz.

Doch der soll in seiner jetzigen Form weichen. Das empfiehlt zumindest der Bauausschuss der Münzstadt – und stößt damit auf Widerstand. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich davon gehört habe“, wundert sich auch Klaus Leuchtemann. Außerdem sei der Spielplatz am Burgsee ein Kunstobjekt, das von den Bürgern angenommen wurde. Neue, bunte Spielgeräte gehörten da nicht hin, eher ins Wohngebiet Ziegenkoppel oder in den Volkspark, das künftige Zuhause junger Familien. Auf keinen Fall in den Stadtpark. Der Burgsee-Rundgang sei immerhin ein Gesamtkunstwerk, das man nicht zerstören dürfe. 

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