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St.-Georgen-Kirche Wismar : Streit um „Kulturkirche“ beigelegt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nutzungsvereinbarung für St. Georgen in Wismar wurde endlich abgesegnet

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 08:45 Uhr

Ja, die Einigung ist endlich da. Und nein, die Widmung der St. Georgen-Kirche zu Wismar ist kein Bestandteil der Vereinbarung zwischen der Hansestadt Wismar und der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde über die gemeinsame Nutzung der Wismarer Stadtkirchen St. Marien und St. Georgen. Eine Vereinbarung, zu deren Unterzeichnung die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar den Bürgermeister Thomas Beyer einstimmig ermächtigt hatte.

Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht nach jahrzehntelangem Streit die gemeinsame Nutzung von St. Georgen. Diese darf die Kirchgemeinde „für öffentliche Gottesdienste und Andachten, Amtshandlungen, Kirchenkonzerte sowie für kirchliche und diakonische Veranstaltungen“ nutzen. Die Stadt nutzt das Gotteshaus auch weiterhin als „Kulturkirche“ für verschiedene Veranstaltungen. Von Ausstellungen, Konzerten, Kongressen und Empfängen bis zu festlichen Essen und Kunstmärkten bis zu Schul- und Hochschulveranstaltungen. Ausgeschlossen sind ausdrücklich Nutzungen für „religiöse Ersatzhandlungen, wie Namensgebung und Jugendweihe sowie für Veranstaltungen, die der Verbreitung des Atheismus dienen oder für Sportveranstaltungen.“

In der Vergangenheit war die Kirche gezwungen, für jede einzelne Veranstaltung Einzelnutzungsverträge mit der Hansestadt Wismar abzuschließen. Ein untragbarer Zustand aus Sicht der Kirche. Die jetzige Vereinbarung bezeichnete Wolfgang Box (CDU) wohl auch deshalb als einen „der Vernunft geschuldeten Kompromiss“. „Aber entscheidend für uns wird die Umsetzung der Vereinbarung sein“, sagte Wolfgang Rickert (SPD) und verwies insbesondere auf Paragraf 6 der Vereinbarung. Hier heißt es unter der Überschrift „Zusammenarbeit“ schlicht und ergreifend: „Die Vertragspartner werden zwischen ihnen entstehende Meinungsverschiedenheiten auf freundschaftliche Weise beilegen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Außer vielleicht eine kleine Zusatzfrage zu den Nutzungsentgelten. Zwar ist die kostenlose Nutzung der Räumlichkeiten von St. Georgen für kirchliche Veranstaltungen Bestandteil der Vereinbarung. Doch was ist mit den Stühlen? „Ich hoffe, dass auch die Nutzung der Stühle für die Kirche kostenlos ist“, fragte Peter Mathey (FDP) in Richtung Bürgermeister. „Ja, die Stühle können kostenlos genutzt werden“, erklärte Thomas Beyer daraufhin. „Nur, wenn diese durch Mitarbeiter der Stadt aufgestellt werden, muss dies bezahlt werden.“

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