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Baumpfleger legt Gutachten vor : Streit um Holdorfer Schwarzkiefer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gemeinde sieht durchgeführte Fällung als notwendigen Schritt an

von
erstellt am 26.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Das Abnehmen der dreistämmigen Kiefer auf dem Holdorfer Friedhof sorgt weiterhin für reichlich Gesprächsstoff. Baumkletterer Steven Schäge hatte dort in Absprache mit dem zuständigen Amt in Rehna die Säge angesetzt. Grund: Der Baum wies nach Aussagen von Sachverständigen zahlreiche Schwachstellen auf. „Es bestand Gefahr für Leib und Leben“, sagt Schäge und verweist zugleich auf die gemeinsame Argumentation der Gemeinde Holdorf (SVZ berichtete).

Bürgermeister Peter Praeger: „Die Abnahme der dreistämmigen Kiefer erfolgte aus sicherheitsrelevanten Gründen. Dies belegt das Gutachten. Weitere Maßnahmen müssen wir als Gemeinde auch für den Bereich der Lindenstraße andenken.“ Kritik, wonach die Baumabnahme ohne jeglichen Grund erfolgte, wies Praeger zurück.

Problematisch ist für Schäge die aktuelle Debatte: In den sozialen Netzwerken im Internet werden seine durchgeführten Arbeiten auf das Heftigste kritisiert. Dabei werde ein Stimmungsbild erzeugt, welches nicht auf Fakten basiere, so Schäge weiter. „Darunter äußern sich Kollegen anderer Fachbetriebe, die mit Ratschlägen wie ,da hätte eine Kronensicherung gereicht‘ oder ,der Fachmann sollte noch einmal zur Schule gehen‘“, sagt der Carlower Baumpfleger.

Ob es sich bei derartiger Argumentation um ein Ringen von Aufträgen, Verunglimpfung oder möglicher Rufschädigung handelt, will Steven Schäge nicht abschließend bewerten. „Es zeigt sich immer öfter, dass eine nachhaltige Baumpflege nicht immer angewandt wird. Nachdem vermehrt Bäume, die jahrelang durch Fachfirmen gepflegt wurden, auseinander- wie auch umgebrochen sind, setzten Mitte 2016 die Ämter Rehna und Lützow jedoch darauf, eine nachhaltige Baumpflege durchführen zu lassen.“ Bei der bisherigen Baumpflege sei anscheinend nur ein Ziel verfolgt worden: Geld verdienen. Das gehe zu Lasten der öffentlichen Kassen und der Natur. Schäge weiter: „In den letzten Jahren wurden Großbäume durchgepflegt. Hier wurde erwartet, dass 30 bis 40 Großbäume in sieben Stunden Arbeitszeit abgearbeitet wurden.“ Derartige Pflegemaßnahmen seien teuer und nicht von langer Dauer, moniert Schäge. „Ein Baum muss einmal eine richtige Pflege erhalten und dann über mehrere Jahre ruhen.“

An der Auseinandersetzung will sich das Amt Rehna nicht beteiligen. „Der Kreis hat uns aufgefordert, zur Pflegemaßnahme in Holdorf Stellung zu beziehen. Dem sind wir nachgekommen. Nach unseren Einschätzungen und derer der Fachleute, war die Abnahme notwendig“, sagt Antje Buchholz und verweist auf das externe Gutachten. Eine Arbeit, die Steven Schäge im Zuge der kritischen Auseinandersetzung in Eigenregie in Auftrag gegeben hatte. Das Fazit des Unternehmens aus Tempzin: „... ein Rückschnitt nicht möglich ... weiterführende Rissbildung ... biologische Schwächung ...“. Das Auseinanderbrechen sei nur eine Frage der Zeit gewesen, heißt es im Gutachten. 

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