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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 23:48 Uhr

Rehna : Streit im Anteilseigner-Verband

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gemeinde Königsfeld befürchtet Verluste bei Wemag-Aktien / Rücktritt von Geschäftsführer Klaus-Michael Glaser gefordert

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 04:45 Uhr

Bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf - das ist im Privaten wie im Geschäftlichen so. Im konkreten Fall geht es darum, dass ein kommunaler Zweckverband in den Augen von Klaus Babbe das Vermögen seiner Gemeinde Königsfeld schmälert. „Wenn es um unser Geld geht, verstehe ich keinen Spaß“, so der Bürgermeister.

Gemeint ist der Kommunale Anteilseignerverband des regionalen Energieversorgers Wemag. Der vertritt die Interessen der Gemeinden, die Aktienanteile besitzen und führt in ihrem Auftrag die Geschäfte. 200 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg sind in ihm vereint. Weitere 14 wollen nun hinzukommen - kostenlos. Das hat Klaus Babbe auf den Plan gerufen. „Wie kann es sein, dass wir als Anteilseigner jahrelang das unternehmerische Risiko tragen, durch Verzicht auf Dividende Rücklagen bilden und das 2009 für den Kauf der Vattenfall-Anteile aufgenommene Darlehen abzahlen und die jetzt neu hinzukommenden ohne Gegenleistung vom gesteigerten Wert des Anlagevermögens profitieren“, empört sich der Landwirt. Immerhin gehe es um einen Unternehmenswert von geschätzten 600 bis 800 Millionen Euro. Babbe befürchtet durch die Neuaufteilung der Aktien einen finanziellen Verlust. Er wirft Geschäftsführer Klaus-Michael Glaser vor, seiner Aufgabe nicht ordentlich nachgekommen zu sein, da er im Vorfeld nicht für einen Ausgleich für die „alten“ Anteilseigner gesorgt hätte. „So einer ist fehl am Platze“, meint der Königsfelder Bürgermeister und fordert damit die Abberufung Glasers.

Geschäftsführer Klaus-Michael Glaser bleibt gelassen: „Ich bin nur ausführendes Organ. Ich setze das um, was die Verbandsversammlung beschließt. Und danach hieß es bisher, dass die kommunale Anteilsmehrheit auf breite Füße gestellt werden soll und Gemeinden, die noch nicht Mitglied sind, der kostenlose Beitritt gewährt werden solle“, erklärt er. Außerdem sollte ja aus dem Grund, weil nun aus den bereits gebildeten Rücklagen neue Anteile gekauft werden sollen und eine Neuaufteilung erfolgt, der kostenlose Beitritt nur bis Ende 2016 möglich sein. „Obwohl wir bereits in unserer Beschlussvorlage vom 7. November des Vorjahres eine Andersbewertung der Altbesitzer eingearbeitet hatten, haben wir die Bedenken und Anregungen von Klaus Babbe berücksichtigt und in einem neuen Beschluss verfasst“, so Glaser.

Darüber soll auf der nächsten Verbandsversammlung am 20. März abgestimmt werden. Es besteht die Hoffnung bei der Verbandsführung, dass der Streit damit beigelegt wird.

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