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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 09:00 Uhr

Gadebusch : Streit beendet: Ein Schulbus für alle

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreisverwaltung sichert Kindern aus Schlagsdorf Bus für Heimfahrt zu

von
erstellt am 28.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Vier Tage nach Schulbeginn klärt sich die Problematik Schulbus für die Mädchen und Jungen aus der Region Schlagsdorf. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) sicherte gestern auf Anfrage der SVZ zu, dass die Kinder von heute an den eingesetzten Bus von Flaegel-Reisen nutzen dürfen: „Die Schüler aus Schlagsdorf, die keine Zuweisung zum Gymnasium Gadebusch haben, dürfen nach der 6. und 8. Stunde den Bus gegen Bezahlung nutzen.“ Damit trägt Kerstin Weiss den Forderungen der Eltern Rechnung. Über die Modalitäten werden die Eltern informiert.

Nach SVZ-Recherchen werden zwischen den betroffenen Eltern und dem Busbetrieb jetzt Beförderungsverträge für eine Heimfahrt zwischen Gadebusch und Schlagsdorf vereinbart. Grund: Kinder aus dem Raum Schlagsdorf müssen laut Verordnung über die Schuleinzugsgebiete das Gymnasium Schönberg besuchen. Im aktuellen Fall haben Eltern und Kinder sich auf Grundlage der geltenden Landesgesetze für Gadebusch entschieden. Dafür zahlen sie die Busfahrscheine aus eigener Tasche: laut Eltern 1200 Euro pro Kind und Jahr – für einen Bus, der seit drei Jahren die Strecke bedient. Die Besonderheit: Durch eine Überbelegung am Gymnasium Schönberg gab die Schule vor drei Jahren Schüler nach Gadebusch ab, war der Kreis laut Gesetz in der Pflicht, eine Beförderung für zehn Kinder zu organisieren.

Mit der Lösung kann Christian Wolf als Vater leben: „Ein erster guter Schritt, wenn Muttis und Vatis die Tour nicht mehr organisieren müssen.“

Auch der Kreis will seine gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Grundsätzlich gilt ab Klasse 5 die freie Schulwahl. Weiss: „Wer selbst eine andere Schule wählt, muss die Kosten tragen. Findet wie in diesem Fall die Schülerbeförderung nicht auf einer Linie statt, sondern im Rahmen des sogenannten freigestellten Schülerverkehrs, sind mit dem Busunternehmen die steigende Kapazität und die Finanzierung zu regeln.“

Kritik übte die Landrätin in Richtung des Gymnasiums Gadebusch: „Die Schulleitung kennt sehr gut alle in diesem Zusammenhang zu klärenden Fragen, hat uns erst am Dienstag den Stundenplan zur Verfügung gestellt und hat die Pflicht, die Eltern über die Zusammenhänge aufzuklären.“

Schulleiter Ingolf Litzner sieht das anders. Er spricht von nicht zu „übertreffender Unbeweglichkeit der Kreisverwaltung“. Die Schülerzahlen seien seit Frühjahr bekannt. Er moniert, dass die beim Fachdienst Bildung eingeforderte Antwort zur Verfahrensweise am Mittwoch bis 12.20 Uhr nicht vorlag. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Spitze der Verwaltung ein Machtwort gesprochen hätte.“

Simone Oldenburg, Linkspartei und 2. Stellvertretende Vorsitzende des Kreisbildungsauschusses, will sich stark machen: „Vor zwei Jahren hat der Kreis die von uns auf den Weg gebrachte Richtlinie zur Schülerbeförderung und Kostenbeteiligung von 50 Prozent abgeschafft, dennoch die Förderung vom Land erhalten. Auf Anfrage wurde mitgeteilt, dass sich die Summe auf 400 000 Euro beläuft.“ Dabei handele es sich um Geld, was Eltern zustehe, der Kreis aber für sich eingehalten habe. Sie betitelt die Debatte um die Nutzung des Schulbusses als „Schildbürgerstreich, der unfassbar, unlogisch und nicht von pädagogischer Weitsicht spricht“.

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