Ärger der Woche : Straßenfreigabe mit Misstönen

Wolfgang Joop, Rudolf Pieper und Günter Blankenberg (v.l.n.r.) diskutieren über die neue Verkehrszeichenregelung. Als Schande bezeichnet Blankenberg die Ausschilderung.
1 von 5
Wolfgang Joop, Rudolf Pieper und Günter Blankenberg (v.l.n.r.) diskutieren über die neue Verkehrszeichenregelung. Als Schande bezeichnet Blankenberg die Ausschilderung.

Stadtvertreter, Anwohner und Fahrschullehrer drängen auf eine bürgerfreundlichere Verkehrsregelung im neu gestalteten Bahnhofsbereich.

von
12. Dezember 2014, 00:40 Uhr

Nach mehrmonatiger Bauzeit ist in Gadebusch der für rund 300 000 Euro umgestaltete Bahnhofsbereich für den Verkehr offiziell freigegeben worden. Während Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) gestern die Vorzüge für Pendler, Bahn- sowie Busreisende und Autofahrer hervorhob, geht die Debatte um die umstrittene Verkehrszeichen-Ausschilderung munter weiter.

Als „Schande“, „Irrsinn“, „Aprilscherz“ bezeichneten Gadebuscher Kommunalpolitiker und Ex-Verkehrsexperten die neue Regelung am Rande der offiziellen Verkehrsfreigabe. Und Anwohner wie Marko Kern fürchten weiterhin ein erhöhtes Unfallrisiko. „Heute morgen hätte es hier fast gekracht, weil Autofahrer bei dieser Beschilderung nicht mehr weiter wussten und sich gegenseitig einen Vogel zeigten“, verdeutlicht Marko Kern.

Als verwirrend bezeichnet auch Gadebuschs zweiter stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Joop die neue Ausschilderung und fordert umgehend die Rechts-vor-Links-Regelung. Zwei Fahrschullehrer aus Gadebusch meinten unisono: „Schlimmer geht es nicht!“ Die Verkehrszeichen sollten, so deren Forderung, sofort verhüllt werden, damit dies hier niemand sehe. „Ich biete den Verantwortlichen auch gerne eine kostenlose Kraftfahrerschulung an“, so Fahrschullehrer Günter Gottschalk.

Dieses Angebot würde die Gadebuscherin Friedel Blankenberg vermutlich sofort annehmen. Sie meinte nach einer ersten „Schilder-Inspektion“: „Ich muss wohl noch mal die Fahrschule besuchen. Das begreife ich hier nicht.“

Vertreter der Unteren Straßenverkehrsbebörde sprachen auch gestern von einer einfacheren Ausschilderung als bisher. Die Vorfahrtsregelung sei klar geregelt, was Bürger so nicht gelten lassen wollen. Immerhin: Arno Burstein, Sachgebietsleiter bei der Unteren Verkehrsbehörde, gibt den Gadebuschern ein wenig Hoffnung: „Aufgrund dieser neuen Verkehrsanlage mit Anbindung für Autos und Busse, Radfahrer und Fußgänger wird es eine Erhebung dazu geben, wie der Verkehr hier fließt.“ Mit anderen Worten: Eine Änderung der umstrittenen Ausschilderung ist danach nicht ausgeschlossen. Ungeachtet dessen wollen Stadtvertreter die Ausschilderungs-Regelung noch einmal thematisieren und in einem Ausschuss darüber beraten.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen