Gadebusch : Straße zu eng für neuen Radweg?

Nadelöhr Ellerbäk-Querung: Für einen zusätzlichen Radweg ist auf diesem Straßenabschnitt nicht wirklich Platz.
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Nadelöhr Ellerbäk-Querung: Für einen zusätzlichen Radweg ist auf diesem Straßenabschnitt nicht wirklich Platz.

Für die geplante Verbindung zwischen Gadebusch und Wakenstädt sind noch ein paar Probleme zu lösen

svz.de von
12. April 2018, 05:00 Uhr

Der geplante Radweg von Gadebusch nach Wakenstädt nimmt immer konkretere Formen an. Die Variante Gadebusch – Neu-Bauhof – Wakenstädt scheint vom Tisch, Stadtvertreter präferieren die direkte circa 1,8 Kilometer lange Anbindung des Ortsteils über eine Verlängerung von der Straße Amtsbauhof über die Ellerbäk nach Wakenstädt. Problematisch gestaltet sich am Rand der gemeindlichen Straße allerdings noch die Wegführung über die Ellerbäk.

Nach Auskunft des Bauamts sei die Straße dort nur 5,50 Meter breit. Zu schmal, um dort noch einen Radweg unterzubringen. „Der Baugrund macht es schwierig, dort einen Radweg anzubauen, das wäre auch viel zu kostenaufwändig“, sagt Holger Saupe. Eine Einengung der Fahrbahn – wie von einigen Anwohnern ins Gespräch gebracht wurde – auf Kosten des Fahrzeugverkehrs sei aus seiner Sicht nicht zulässig. Der Fahrzeugverkehr habe an dieser engen Stelle nun mal Vorrang. Für den Mitarbeiter des Bauamtes stellen sich eigentlich nur zwei Varianten zur Realiserung des Projekts. Ein Brückenbau oder das Setzen einer Spundwand, um neben der bestehenden Brücke drei bis fünf Meter Land zu gewinnen. Holger Saupe: „Zwischen Fahrbahn und Spundwand ließe sich dann ein Radweg aufbauen, der Durchfluß der Ellerbäk würde durch ein Rohr gewährleistet werden.“ Ob die geschätzten Kosten für die Baumaßnahme in Höhe von 705 000 Euro dadurch noch einmal korrigiert werden müssten, ist noch unklar.

Hinter der Querung des Radwegs von Gadebusch nach Wakenstädt über die Ellerbäk steht noch ein dickes Fragezeichen.
Hinter der Querung des Radwegs von Gadebusch nach Wakenstädt über die Ellerbäk steht noch ein dickes Fragezeichen.
 

Unterstützung für die direkte Anbindung entlang der gemeindlichen Straße von Gadebusch nach Wakenstädt kommt offensichtlich auch von vielen Wakenstädtern selbst. Einige Einwohner haben dazu kürzlich knapp die Hälfte der circa 60 Haushalte befragt. Das Ergebnis war recht deutlich. „Ausnahmslos haben sich alle Befragten für die direkte Variante mit Überquerung der Ellerbäk ausgesprochen“, sagt die Wakenstädterin Silke Hansen.

Doch neben der Ellerbäk-Problematik gibt es noch eine zweite Unwägbarkeit. Um die von der Stadt Gadebusch bevorzugte Variante der direkten Anbindung Wakenstädts durch einen Radweg über die Ellerbäk zu realisieren, muss die Stadt Grunderwerb tätigen, weil sich die für den Radweg benötigten Flächen in Privatbesitz befinden. „Das ist ein etwas heißeres Thema. Wir haben alle Eigentümer angeschrieben, Rückmeldungen liegen allerdings noch nicht vor“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest. Denn ohne Grunderwerb kein Radwegbau. Das weiß auch Silke Hansen und übt Kritik an der Stadtführung: „Das Thema ist schon seit 2013 auf der Tagesordnung. Dennoch ist der Grundstückserwerb bis heute nicht abschließend geklärt. Wenn die Stadt hier nicht endlich handelt, können wir auf den Radweg noch lange warten.“

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