zur Navigation springen

Ärgernis in Gadebusch : Stolperstelle bleibt vorerst erhalten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach Bauausschusssitzung gibt es keine kurzfristige Lösung für den Bürgersteig am Friedhof in der Jarmstorfer Straße in Gadebusch

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2017 | 04:45 Uhr

Die Einwohner der Münzstadt werden also den gesamten Winter über mit einer Gefahrenquelle leben müssen. Zumindest, wenn es nach dem Willen des Bauamts und der Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Gadebusch geht. Gemeint ist der hohe Bordstein des Bürgersteigs am Friedhof entlang in der Jarmstorfer Straße. Erst Ende Oktober war hier Günter Gaida mitsamt seinem schweren Elektrorollstuhl umgestürzt (die SVZ berichtete). „Das kommt hier ständig vor, dass vor allem die älteren Leute mit Rollator oder Rollstuhl Schwierigkeiten haben, diese Kante zu überwinden“, sagte damals Klaus Ortmann, der ganz in der Nähe wohnt und dem Rentner zu Hilfe kam.

Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos) sagte im Anschluss auf Nachfrage der SVZ zu, kurzfristig Abhilfe durch den Bauhof schaffen zu lassen. Doch das soll nun doch nicht geschehen: „Wir werden für die grundsätzliche Erneuerung dieses Bereichs vor dem Friedhof Geld in den Haushalt 2018 einstellen“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Holger Saupe. Das sei das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend. Es soll eine so genannte Mischverkehrsfläche entstehen. Das heißt: Es gibt dann keinen eigentlichen Bürgersteig mehr – alle Verkehrsteilnehmer teilen sich gleichberechtigt den Verkehrsraum. Bordsteinkanten entfallen somit. „Frühestens im Frühjahr, vielleicht März, April könnte damit begonnen werden“, so Saupe. Bis dahin bleibe alles beim Alten, da man nicht zweimal Geld für die gleiche Sache ausgeben wolle. „Der Unfall des Rollstuhlfahrers war ja wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das viele Laub die Kante bedeckt hat und sie dadurch nicht zu sehen war“, begründet der Behördenmitarbeiter warum er jetzt keinen Handlungsbedarf sieht. Außerdem sei der Städtische Bauhof angewiesen worden, dort nun größeres Augenmerk auf die Säuberung zu richten, um einen erneuten Sturz an der Stelle zu vermeiden.

Ein Irrtum, meint Thomas Konieczny, Stadtverordneter von der Partei Die Linke. „Das ist eine Gefahrenquelle, gerade jetzt im Winter und die muss beseitigt werden. Auch, wenn es etwas Geld kostet“, so der Abgeordnete. Ins gleiche Horn stößt auch die Seniorenbeiratsvorsitzende Elli Brusch: „Das kann so nicht bleiben – da muss ein Provisorium her“, sagt sie mit Nachdruck.

In beider Augen müssten in dem Bereich die Bordsteine abgesenkt oder mit Asphalt oder Beton ein Übergang zwischen dem bereits erneuerten und dem alten Teil des Fußwegs beidseits der Friedhofseinfahrt geschaffen werden. „Und das noch bevor Eis und Schnee kommen“, so Brusch. Außerdem müsse die Kante des Bürgersteigs zum Friedhof hin abgestochen werden, damit der Bürgersteig dort wieder seine 90 Zentimeter Breite erreicht, fordert die Vorsitzende des Seniorenbeirats.

Sollte die Stadt in dieser Hinsicht bis zur Grunderneuerung des Weges nichts tun, besteht nach Ansicht von Elli Brusch die Gefahr, dass dort wieder etwas passiert und dann der Bürgersteig dort in letzter Konsequenz gesperrt werden könnte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen