Stadtführung : Störtebeker zeigt Gästen sein Wismar

Josef Staffa führt als grimmiger Pirat Klaus Störtebeker Touristen durch Wismar.
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Josef Staffa führt als grimmiger Pirat Klaus Störtebeker Touristen durch Wismar.

Seit sieben Jahren verkörpert Josef Staffa den Piraten

svz.de von
05. März 2014, 00:00 Uhr

Er ist eines der Gesichter Wismars: Josef Staffa verkörpert seit nunmehr sieben Jahren den Piraten Klaus Störtebeker und führt Touristen durch die Hansestadt. „Ich musste erst mal die Scheu überwinden, im Kostüm durch die Stadt zu gehen“, erinnert sich der 69-Jährige. Heute sei dies aber kein Problem mehr. Im vergangenen Jahr leitete er 96 Führungen.

Besonderen Spaß mache ihm dabei die Arbeit mit Kindern. „Bei Schulklassen krieg ich aber erst mal einen leichten Horror. Da frag ich mich dann immer: Welcher Jahrgang ist das? Vor allem in der Pubertät ist es häufig schwierig die Jugendlichen zu motivieren“, betont der Stadtführer. Bei Kindern im Alter von bis zu elf Jahren mache es dagegen viel Spaß. Da seien die Kinder neugierig, offen und würden ihn mit Fragen löchern, so Staffa. Dabei werde oft nach Pistolen und Totenköpfen gefragt. Die häufigste Frage der Kinder sei aber, warum sein Kopf wieder dran ist. „Da erzähl ich immer, dass das die moderne Medizin möglich macht“, so der 69-jährige Wismarer.

Ein aufgeweckter Junge wollte es dagegen ganz genau wissen. Dieser wies Josef Staffa darauf hin, dass es damals noch keine Armbanduhren und Brillen gab. „Da muss man sich dann auf die Schnelle was einfallen lassen. Ich hab ihm erzählt, dass ich halt alt werde und eine Brille brauche“, erzählt Staffa und lacht.

Aber auch die Touren mit Erwachsenen empfindet der Stadtführer als sehr abwechslungsreich. „Ich habe so die Gelegenheit die Geschichte von Störtebeker auf Plattdeutsch wiederzugeben. Das gefällt auch Gästen aus Bayern oder Thüringen“, so Staffa. Eine Führung stach dabei besonders hervor. „Ich hatte mal eine Gruppe von einem Verein auf Bildungsreise. Die wollten wirklich etwas lernen“, betont der Stadtführer. Erst habe er am Vormittag eine normale Stadtführung von zwei Stunden gemacht und dann sei es am Nachmittag nochmal für zwei Stunden in die Kirchen gegangen. Schließlich wurde am folgenden Tag der Rathauskeller besichtigt.

In sieben Jahren kann natürlich nicht alles rund laufen und auch Josef Staffa unterliefen in dieser Zeit kleinere Fehler. „Ich wartete mal vor der Tourist-Information und keiner kam. Bis eine Mitarbeiterin auf mich zu eilte und mir sagte, die würden am ZOB warten. Da musste ich dann schnell durch die halbe Stadt laufen“, erinnert sich der 69-Jährige. Und auch das Wetter spielt nicht bei jeder Stadtführung mit. Eine Begebenheit ist ihm hier im Gedächtnis geblieben. „Erst war es noch schön sonnig. Doch dann fing es so an zu gießen, dass die Gäste und ich schon völlig durchgeweicht waren, als wir St. Nikolai erreichten. Und danach hatte ich dann klitschnass noch eine Stadtführung“, erzählt Staffa.

Voller Vorfreude erwartet der Stadtführer jetzt die Ankunft der Kreuzfahrtschiffe im Wismarer Hafen in diesem Jahr. „Diese großen Schiffsanläufe fände Klaus Störtebeker toll“, ist Staffa sich sicher. Und er wird in voller Montur bereit sein und den Kreuzfahrern die Hansestadt zeigen.

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