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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 16:13 Uhr

Gadebusch : Stimmengewalt im Kirchenchor

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Sänger bieten einen Platz für christliche Lieder, Gemeinschaft und viele Stunden der Übung

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Gadebuscher Stadtkirche ist meist mit einer unterschwellig hallenden Stille gefüllt. Zu besonderen Anlässen aber ist sie Ort der Musik, wenn melodische Stimmen durch das Kirchenschiff schwappen und der Klang jede steinerne Ecke des Gotteshauses berührt. Dann singt wieder der Gadebuscher Kirchenchor.

Schon als Kantorin Annette Burmeister 1991 ihren Posten antrat, bestand ein Chor. Beziehungsweise es bestanden mehrere. „Wir haben uns dann einfach irgendwie gefunden. Darum kann ich auch nicht sagen, wann sich der Chor überhaupt gegründet hat“, sagt die Kantorin. Mittlerweile hat sich ein fester Kern aus rund 25 Mitgliedern eingespielt. „Der gute Teamgeist kommt auch von den vielen Stunden, in denen wir vor den Auftritten am Wochenende übten“, sagt Annette Burmeister. Teilweise sechs Sonnabende á vier Stunden zusätzlich haben die Hobbymusiker vor dem diesjährigen Orchester zusätzlich geprobt. „Mit langen Kaffeepausen, in denen wir uns alle gut kennen lernten.“

Mittlerweile hat sich die Gruppe sehr gut eingespielt. Hier entstanden Bekanntschaften, die einander vertrauen können. „Das Zusammensein mit der Gruppe gefällt mir sehr gut“, sagt Michaela Krüger. Seit 2008 singt sie im Kirchenchor mit. „Meine Tochter hat hier mitgesungen, ich bin dann auch mal hergekommen und geblieben“, sagt die Tenor-Sängerin. Die christlichen Lieder machten ihr so viel Spaß, dass sie nun seit fast zehn Jahren regelmäßig dabei ist, sagt sie. „Es ist schon eine Leidenschaft geworden.“

Nicht weniger leidenschaftlich geht auch Monika Grönda in die Chorstunden. „Ich mag die Herausforderung. Stücke wie Bach zu singen ist sehr anspruchsvoll aber auch sehr schön“, sagt die Gadebuscherin. Dass der Chor keinen größeren Zulauf hat, kann sie nicht verstehen. Zwar ist es nicht einfach drauflossingen, aber bereuen würde es ihrer Ansicht nach niemand. „Musik ist doch mehr. Und wenn jemand sich wirklich reinhängt und dann in der Kirche das Endresultat hört, dann bin ich mir sicher, dass derjenige auch bleiben würde“, sagt Monika Grönda. Um die Töne aber schwingen zu lassen, könne nur eins getan werden: „Üben, üben, üben.“

Zum Singen im Chor kam Monika Grönda durch einen Zeitungsartikel der SVZ. „Der Chor suchte damals Mitsänger für ein Stück aus Bachs Weihnachtsoratorium. Da hatte ich mich gemeldet. Es war so schön, dass ich dabei geblieben bin“, erinnert sich die Gadebuscherin.

Der Chor setzt sich aus Sängern aller Altersklassen zusammen. „Von Anfang 20 bis in die 80 hinein ist alles dabei“, berichtet die Kantorin. Manche finden hier sogar ihre Berufung. „Wer schon früh im Kirchenchor singt, der studiert später vielleicht Musik. Auch wir haben Leute, die hier ihre Stimme gefunden haben.“ Zum Beispiel Anna Baier, die beim Orchesterkonzert vor zwei Wochen Solo sang. „Das ist schon sehr professionell“, sagt die Kantorin. Für die Chorproben nehmen manche Mitglieder weite Wege auf sich. Ute Sarge zum Beispiel kommt aus Klütz. „Das ist immer eine Stunde Fahrt. Aber es bringt mir so viel Spaß.“

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