Weiße Rosen am Mahnmal : Stilles Gedenken am Todesstreifen

Hans Peschke aus Groß Salitz befestigte gestern weiße Rosen am Mahnmal für die Grenztoten in der Nähe von Kneese Dorf.
Hans Peschke aus Groß Salitz befestigte gestern weiße Rosen am Mahnmal für die Grenztoten in der Nähe von Kneese Dorf.

Weiße Rosen sollen am einzigen Mahnmal für die DDR-Grenztoten in MV bei Kneese an die Opfer des Mauerbaus erinnern

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14. August 2015, 06:30 Uhr

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." – Kaum ein Satz wie der des damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht wurde weltweit so oft zitiert, wie dieser von einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961. Nur knapp zwei Monate später begannen am 13. August die Arbeiten am Bau jener Mauer, die nicht nur eine ganze Generation Deutscher in Ost und West voneinander trennen, sondern darüber hinaus mindestens 138 Todesopfer fordern sollte. 54 Jahre danach wurde gestern den DDR-Grenztoten in einer kleinen Zeremonie am vor zwei Jahren errichteten Mahnmal in der Nähe von Kneese Dorf gedacht.

Unweit des heutigen Mahnmals fand das Leben von Harry Weltzin am frühen Morgen des 4. September 1983 beim Versuch, von Ost nach West ein Loch unter den Grenzzaun zu graben, ein gewaltsames Ende. Eine Selbstschussanlage vom Typ SM-70 hatte sich selbständig ausgelöst, als der 28-jährige Wismarer mit seinem Spaten einen unterirdischen Draht berührt hatte.

„Das ist die erste Gedenkstätte für DDR-Grenztote in Mecklenburg-Vorpommern. Schon bald planen wir aber die Errichtung eines zweiten Mahnmals, dann in der Nähe von Schlutup“, sagt Michael Markus Schulz von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft.

„Hier in der Gegend gibt es noch viele frühere DDR-Grenzsoldaten, die linientreu ihren Dienst versehen haben“, sagt Harry Peschke aus Groß Salitz. „Die weißen Rosen, die wir heute an das Mahnmal geheftet haben, soll auch sie an das Geschehene erinnern.“

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