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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. Oktober 2017 | 07:55 Uhr

landratsamt : Stichwahl: Rot setzt auf Weiss

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Linke will mit Briefen, Anzeigen und Plakaten die SPD-Landratskandidatin unterstützen. CDU kritisiert „Postengeschachere“

von
erstellt am 06.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Anzeigen, Plakataufkleber, Werbebriefe – Parteien in Nordwestmecklenburg lassen sich den Landrats-Wahlkampf bis zur Stichwahl einiges kosten. Nicht zu übersehen sein wird in Kürze auf Wahlplakaten, was viele vermuteten: Die Linke will zum Königsmacher werden und unterstützt offiziell die SPD-Landratskandidatin Kerstin Weiss. Das können hunderte Mitglieder der Linken in Kürze auch Schwarz auf Weiß nachlesen. Denn der Kreisvorstand verschickt an seine Genossen einen Brief mit einer Art Wahlempfehlung pro Kerstin Weiss – inklusive Begründung.

Zuvor war die SPD auf die Linke zugegangen und führte ein zweistündiges Gespräch, in dem politische Inhalte und Ziele abgeklopft wurden. „Um Posten ging es dabei nicht. Das ist illusorisch, und ich beteilige mich auch nicht an einem Postengeschachere“, betont der Kreisvorsitzende der Linken, Roy Rietentiedt.

Die Posten-Diskussion war aufgekommen, nachdem der Linken-Spitzenpolitiker Helmut Holter für die Unterstützung der SPD-Kandidatin einen Dezernentenposten für die Linke ins Spiel brachte. Eine derartige Einmischung in die Arbeit des Kreisverbandes Nordwestmecklenburg verbittet sich Rietentiedt. Wörtlich sagt er gegenüber unserer Zeitung: „Die Gespräche mit der SPD führen wir als Kreisverband selbst.“ Weder Helmut Holter noch die Bundestagsabgeordnete Heidrun Bluhm müssten sich hier einschalten.

Gesprächsbedarf gibt es derzeit auch bei den Christdemokraten. Mit anderen demokratischen Parteien sei auf bilateraler Ebene gesprochen worden, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Prof. Dr. Erhard Huzel. Von einem Postengeschachere hält aber auch Huzel nichts: „Man sollte das Fell des Bären erst verteilen, wenn dieser auch erlegt ist. Posten werden nach der Wahl vergeben.“

Ein Freund von einer offiziellen Wahlempfehlung durch CDU-nahe Parteien ist Huzel nicht. „Wir appellieren an mündige Bürger, selbst zu entscheiden. Außerdem glaube ich, dass Mecklenburger sich nicht gerne vorschreiben lassen, wen sie wählen sollen“, so Erhard Huzel. Um möglichst viele Wähler zu erreichen, will auch die CDU Anzeigen in verschiedenen Blättern und Wochenzeitungen schalten – und direkte Gespräche mit den Bürgern führen.

Viel Zeit dafür bleibt nicht mehr. Am 15. Juni wird es die Landrats-Stichwahl in Nordwestmecklenburg geben. Gerhard Rappen (CDU) und Kerstin Weiss (SPD) schafften es in diese zweite Runde. Sie haben sich im ersten Wahlgang gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt, aber nicht die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können. Weiss kam auf 33,4 Prozent der Stimmen, Rappen auf 32,9 Prozent. Weiss’ Vorsprung beträgt 325 Stimmen.

Die vorgezogene Landratswahl ist notwendig, da Birgit Hesse (SPD) Anfang des Jahres in die Schweriner Landesregierung wechselte und dort Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales wurde.


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