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Ärger in Gadebusch : Sterben in der Münzstadt wird teurer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Kommune verlangt höhere Nutzungsgebühren. Amt sorgt mit neuen Bescheiden für Verunsicherung

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Bescheide aus dem Amt Gadebusch sorgen derzeit in der Münzstadt für Ärger und Verwunderung. So sollen die Empfänger eine Friedhofsunterhaltungsgebühr in Höhe von 55 Euro zahlen. Das Amt beruft sich dabei zwar auf eine Satzung der Stadt vom 10. November 2016. Betroffene Bürger wie Gerhard Dankert sprechen aber von „Abzocke“. Er verweist in seinem Fall darauf, dass eine Grabstätte noch „zu DDR-Zeiten für 50 Jahre (bis 2038) mit allen auch zukünftig anfallenden Gebühren von meinem Vater gekauft wurde.“ Doch nun soll auch Gerhard Dankert die 55 Euro zahlen.

Verärgert ist der Gadebuscher zudem darüber, dass keinerlei nachvollziehbare Begründung für die Gebührenforderung mitversendet worden sei. Für Dankert steht fest: „Von mir bekommen die nur noch was, wenn ein richterliches Urteil vorliegt.“

Für Verwunderung sorgt das Schreiben aus dem Amt auch bei Karl-Heinz Reichert. Er befürchtet, dass dies nur der Anfang weiterer Gebührenerhöhungen sein könnte. Auch Reichert hätte es als angemessen empfunden, wenn die Empfänger der Bescheide eine nachvollziehbare Begründung für die Zahlung erhalten hätten.

Für Aufklärung könnte das Amt Gadebusch sorgen. Doch dessen Amtsleiter Matthias Jankowski verweist auf die Zuständigkeit von Bürgermeister Ulrich Howest. Denn die Stadtvertretung habe die Satzung auch beschlossen.

Die Satzung, um die es geht, beinhaltet gleich mehrere zum Teil deutliche Gebührenerhöhungen ab 1. Januar 2017. So setzte die Kommune die Nutzungsgebühr für ein Reihengrab von 315 auf 380 Euro herauf und für ein Urnengrab von 210 auf 300 Euro. Sogar nahezu verdoppelt wurde eine Verwaltungsgebühr. Waren bislang 23 Euro pro Stunde fällig, so sind es seit Anfang des Jahres 45 Euro.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest begründet die Überarbeitung der Satzung mit dem Kommunalabgabengesetz. Er betont, dass man mit den jetzt gültigen Gebühren noch immer deutlich unter den tatsächlichen Kosten liege. „Die Bewirtschaftung des Friedhofs ist bei weitem nicht kostendeckend“, sagt Ulrich Howest.

Sowohl Howest als auch Amtsleiter Matthias Jankowski empfehlen verunsicherten Bürgern, sich persönlich an das Amt Gadebusch zu wenden, um mögliche Unklarheiten ausräumen zu können. Das Amt ist dienstag und donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

 

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