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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 01:55 Uhr

Pokrent : Sterbebegleitung wird zum Thema

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Infoveranstaltung der Kirchgemeinde Pokrent und Dr. Hans-Peter Knapp am 17. Februar im Gemeindehaus Prokrent

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 23:31 Uhr

Geburt, Dasein und Tod – jeder Mensch durchläuft diesen Kreislauf. Ein würdevolles und selbstbestimmtes Lebensende gehört dazu. Drei Monate nach dem der Bundestag das neue Gesetz zur Palliativmedizin verabschiedet hat, wollen Mediziner, Notare, Pflegedienste und die Kirchgemeinde Pokrent über Wege in einen menschenwürdigen Tod sprechen. Unter der Überschrift „Zum Sterben krank, was nun?“ - gibt es am Mittwoch, 17. Februar im Gemeindehaus eine Inforveranstaltung.

Mitorganisator ist Dr. Hans-Peter Knapp. Für den Landarzt ist das neue Gesetz längst nicht ausgereift. Grund: Es regelt die Finanzierung von Hospizen und den Ausbau der Sterbebegleitung für rund 200 Millionen Euro auf Bundesebene. „Das ist ein Gesetz für Menschen, die wir nicht kennen. Ich habe viele Patienten mit Sterbebegleitung gehabt, aber niemand hatte den Wunsch auf einen schnellen Tod“, sagt Knapp. Es müsse mehr hinterfragt werden, eine rein medizinische Betrachtung könne nicht der Weg sein. Man öffne der Euthanasie Tür und Tor. Knapp macht darüber hinaus deutlich: „Wir brauchen keine professionelle Sterbehilfe.“

Vielmehr sei u.a. ein Zusammenspiel der Ärzte und der Kirche ein wichtiger Punkt. Insbesondere auf dem Land. Städte wie Schwerin sind im Bereich Palliativmedizin vergleichsweise gut aufgestellt.

Auf dem Lande seien die Menschen oft auf sich gestellt. „Sicherlich kann ein Hausarzt begleiten, aber das hat alles seine Grenzen“, sagt Knapp. Insbesondere gehe es darum, Menschen die Ängste zu nehmen, unter Schmerzen sterben zu müssen. „Es müssen nicht selten die spirituellen Bedürfnisse der Menschen befriedigt werden. Mit der Kirchgemeinde in Pokrent sind wir gut aufgestellt. Der Pastor geht zu den Menschen“, sagt Knapp. So verschließt sich die Kirche auch außerhalb ihrer Gemeinde nicht: „Ich besuche die Menschen, wenn sie den Wunsch haben, werde ich sie begleiten“, sagt Pastor Michael Blumenschein. In anderen Fällen, so Knapp, sei es bedeutsam, eine psychotherapeutische Betreuung vorzunehmen, denn einen Weg in den Tod dürfe niemanden bewusst auferlegt werden. Die Arbeit von Brückenteams sei gefragt, die ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod ermöglichen.

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