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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 16:47 Uhr

Gadebusch : Steffi Schünke boxt sich durch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schwerinerin trainiert in der Münzstadt für den Deutschen Meistertitel

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Die Musik dröhnt. Im schnellen Wechsel absolviert Stephanie Schünke zum Techno-Beat ihre Aufwärmübungen. Und danach geht es an die richtige Arbeit. Unter der Aufsicht ihres Trainers Andreas Zülow und ihrer französischen Bulldoge Erna bereitet sich die Profiboxerin in Gadebusch auf ihren nächsten Kampf vor. Ein konkretes Ziel hat sie schon. Ende diesen Jahres oder Anfang des nächsten soll der Deutsche Meistertitel gewonnen werden. Doch bis dahin sind noch viel Arbeit und zumindest ein weiterer Sieg in einem Profikampf vonnöten.

Seit gut anderthalb Jahren ist die 32-Jährige jetzt Profiboxerin im Fliegengewicht. Von ihren sechs Kämpfen konnte sie fünf gewinnen. Davon vier bereits vorzeitig. Lediglich einmal unterlag sie einer Gegnerin nach Punkten. Eine Niederlage, die sie und ihren Trainer noch sichtlich ärgert. Ohne diese hätte sie bereits das Recht um einen Titel zu streiten. Für Zülow, den Olympiasieger von 1988 ist Schünke die einzige Boxerin, die er wettkampfmäßig betreut. Angesprochen auf ihre 32 Jahre entgegnet die Boxerin, dass ihr Alter bei den Frauen völlig normal sei. Dennoch will sie möglichst bald einen Titel gewinnen. „Ich will mit der Deutschen Meisterschaft erstmal klein anfangen. Das ist besser, als direkt nach den Sternen zu greifen“, so Schünke.

Derzeit steht sie in der weltweiten Rangliste auf Platz 63. Insgesamt sind 147 Boxerinnen in ihrer Gewichtsklasse gelistet. Dagegen ist der dritte Rang in der rein deutschen Liste wenig aussagekräftig. Hier stehen aktuell nur drei Boxerinnen. „In Deutschland ist nichts los. Hier gibt es kaum boxende Frauen. Mexikanerinnen gibt es dagegen wie Sand am Meer“, so Schünke. Überhaupt kämen die meisten Boxerinnen im Fliegengewicht aus Süd- und Mittelamerika sowie Asien.

Vor allem beim Training mache sich der Mangel an Boxerinnen in Deutschland bemerkbar. „Mit Sparringspartnern sieht es schlecht aus. Und Männer nehmen sich zurück“, erzählt die gebürtige Wismarerin. Aber auch bei den regulären Kämpfen ging es für sie direkt von null auf hundert. Eine Möglichkeit für Aufbaukämpfe hätte sie gar nicht gehabt, so Schünke. „Die Frauen, die in meinem Gewicht in Deutschland boxen, sind schon sehr gute Gegnerinnen“, erklärt die Boxerin.

Leben kann Schünke vom Boxen trotz ihres Profistatus jedoch nicht. „Bei den Profiboxerinnen können vielleicht ein oder zwei wirklich davon leben“, erzählt Schünke. Sie selbst arbeitet parallel als Kellnerin in Wittenburg. „Bei den Frauen geht es nur über Sponsoren“, erzählt Zülow. Meistens kämen die jedoch erst, wenn bereits Titel gewonnen wurden. Daher müsse man zusehen, wie man sich das leisten kann, so Schünke. „Ich hab das Glück, das mich meine Familie unterstützt“, sagt die Schwerinerin.

Angefangen mit dem Boxen hat Schünke noch in ihrer Heimatstadt Wismar. „Es hat mir Spaß gemacht und war mein Ding“, so Schünke. Nach sechs Jahren im Amateurbereich, einem Titel als Hamburger Meister und zwei Bronzemedaillen bei den deutschen Meisterschaften, entschloss sie sich zum Wechsel in den Profibereich. „Das war mein Ziel, auf das ich hingearbeitet habe“, erzählt die Schwerinerin.

Wie lange Schünke noch im Profibereich boxen will, weiß sie noch nicht. „Früher habe ich immer gesagt mit 35 ist Schluss, aber wenn es läuft wäre es schön doof, wenn man dann aufhört“, so die 32-Jährige. Auf ihren nächsten Kampf muss sie jedoch noch etwas warten. Ein ursprünglich für den 3. Mai angesetzter Fight musste verschoben werden. So kann sich die Schwerinerin erst einmal auf den Tag der offenen Tür des GSC-Gym von Andreas Zülow in der Fritz-Reuter-Str. 25 freuen. Dieser findet am 17. Mai von 11 bis 16 Uhr statt.

 

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