Dechow: Ehemaliges LPG-Gelände wird beräumt : Startschuss für Gläserne Meierei

Foto: Volker Bohlmann
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In Dechow begannen die offiziellen Bauarbeiten auf dem Gelände der künftigen Gläsernen Meierei. Umweltminister Till Backhaus lenkte symbolisch den Bagger und drückte die maroden Mauern der ehemaligen LPG zu Boden.

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20. Dezember 2010, 08:02 Uhr

Dechow | Sieben Wochen nach Vertragsunterzeichnung begannen gestern in Dechow offiziell die Bauarbeiten auf dem Gelände der künftigen Gläsernen Meierei. Umweltminister Till Backhaus lenkte für die Millioneninvestition symbolisch den Bagger und drückte die maroden Mauern der ehemaligen LPG zu Boden. Nicht allein für den Minister auch für Dechows Bürgermeister Jürgen Haupt und Hubert Böhmann als Geschäftsführer und Investor von der Gläsernen Meierei GmbH bringt der gestrige Tag neue Möglichkeiten in der touristischen Entwicklung und bessere Chancen für Bioprodukte auf dem Lebensmittelmarkt. "Die Globalisierung zeigt in Zeiten der Wirtschaftskrise ihre Schwächen. Wir schaffen jetzt eigene Strukturen für die Produktion von Biowaren auf dem Lebensmittelsektor. Wo bei uns Bio draufsteht, soll auch Bio drin sein", so Backhaus. Er sei davon überzeugt, dass die Menschen eine gewisse Sehnsucht nach regionalen Produkten haben.

Die neuen Strukturen lässt sich die Gläserne Meierei GmbH 13 Millionen Euro kosten. Rund 3,3 Millionen Euro steuert davon das Land MV zu. Hubert Böhmann, Geschäftsführer der Meierei, lässt keine Zweifel aufkommen. Einerseits entwickle sich der Markt weiter positiv, andererseits stimmt die Qualität der zertifizierten Erzeuger: " Aktuell beliefern uns 100 landwirtschaftliche Betriebe bzw. Höfe zwischen der dä nischen Grenze und dem Erzgebirge. Ein Großteil der Betriebe wird seine Frischmilch aus der unmittelbaren Umgebung wie Gut Brook und Kuhlrade nach Dechow liefern", so Böhmann. Folglich liegt die künftige Meierei am Rohstoffmarkt.

Dass die Dechower bei der Standortwahl die Nase vorn hatten, lag nicht zuletzt am Engagement von Klaus Jarmatz. Der Chef des Biosphärenreservates Schaalsee konnte letztlich Investor Böhmann von Dechow und seiner Lage im Biosphärenreservat überzeugen. "Dafür ein Dankeschön", sagte Böhmann mit der Überzeugung, dass Unternehmen und Region voneinander partizipieren werden. Als verlässliche Partner stehen Dechow und der Landkreis hinter dem Projekt. Folglich kündigte Böhmann gestern einen raschen Fortgang der Bauarbeiten an. Sein Wunsch: "Weihnachten 2011 stellen wir hier in Dechow die ersten Produkte her."

Die Gläserne Meierei wird das Antlitz von Dechow verändern. Unter anderem verliert der mehrfach als schönstes Dorf geehrter Ort mit der Beseitigung der alten LPG-Hallen seinen Schandfleck. Ängste vor einer Verkehrsbelastung bei Milchanlieferungen wies Bürgermeister Jürgen Haupt zurück: "Dechow verfügt über eine zweite Zuwegung zur Meierei. Die führt nicht durch den Ort."

Touristen, die Dechow bislang als Station auf dem Weg durch das Biosphärenreservat ansahen, dürfen sich mit Inbetriebnahme der Meierei auf spannende Erlebnisse in der Milch und Käseproduktion freuen. Der Schaubetrieb will seine Türen regelmäßig öffnen. Eine Probierstube und ein Kaffee sind weitere Anziehungspunkte im kleinen Ort am Röggeliner See.

Dechow selbst erhofft sich mittelfristig einen gut gehenden Betrieb und Steuereinnahmen, damit die kleine Gemeinde ihre Selbstständigkeit behalten kann, während Till Backhaus wichtige finanzielle Vorteile für heimische Milchbauern erkennt und Investor Böhmann mit dem guten Ruf der Biosphäre seine Produkte im Handel platzieren wird. Darüber hinaus gewinnt die Region 40 neue Arbeitsplätze in der Gläsernen Meierei. Das Schwesterunternehmen, die Gläserne Molkerei, produziert bereits in Münchehofe bei Berlin.

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