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Themenwege und Spurensuche in der Landschaft : Start für Schlagsdorfer Grenzparcours

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Im "Grenzland" am Mechower See wird ein Parcours enstehen, auf dem die Menschen die Landschaft und die Geschichte erwandern können. Die Spurensuche wird ab Herbst diesen Jahres möglich sein.

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erstellt am 04.Apr.2012 | 11:27 Uhr

Schlagsdorf | Geschichten über den Lebensalltag im Sperrgebiet, den Wachdienst an der Grenze, von Fluchten und Verhaftungen - wer das "Grenzland" am Mechower See zwischen der ehemaligen DDR und der alten Bundesrepublik in naher Zukunft erkundet, der begibt sich auf eine informative Reise in die jüngere deutsche Geschichte. "Wir planen einen Parcours, auf dem die Menschen die Landschaft und die Geschichte erwandern", sagt Gerd Schriefer, Geschäftsführer des Fördervereins Biosphäre Schaalsee. Partner des Projektes sind die Gemeinde Schlagsdorf mit dem Grenzhus, der Zweckverband Schaalseelandschaft, die federführende Agentur impuls-design, das Biosphärenamt, die Landeszentrale für politische Bildung MV, die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, der Nordwestkreis und der Verein Politische Memoriale.

Für rund 70 000 Euro planen die Initiatoren zwei Themenwege mit Informations-Stelen, die es direkt vor Ort ermöglichen, die Spuren der Geschichte in der Landschaft zu lesen. Dabei wird der Verlauf der Grenze skizziert, in den Boden eingelassene Metallschienen symbolisieren den Grenzverlauf und ermöglichen "Grenzüberschreitungen". "Infotafeln geben Auskunft über die von Grenz posten bewachte Arbeit der Landwirte im Sperrgebiet und dem Schicksal zweier Jugendlicher, die bei ihrer Flucht von Thurow aus in ein Minenfeld gerieten", sagt Matthias Kutsch von impuls-design. Protokolle der Staatssicherheit ermöglichten eine Rekonstruktion solcher und ähnlicher Vorfälle.

Einer der Themenwege wird vom Parkplatz am Südostufer des Mechower Sees zur Außenanlage vom Grenzhus führen und über die Ereignisse an der Grenze bis zur Öffnung 1989 informieren. Der nördliche Weg zwischen Mechow und Grenzhus erteilt Auskunft über den Aufbau der Sicherungsanlagen bis zur eigentlichen Grenzlinie. Kutsch geht noch weiter und beabsichtigt den Parcours mit einem Rundweg um den Mechower See dahingehend zu vervollständigen, dass ein Blick aus Ost und West auf den ehemaligen Grenzraum möglich wird.

Dies mit alltäglichen und ebenso ergreifenden Geschichten, die jugendlichen und erwachsenen Besuchern in Schlagsdorf über einen Teil der deutschen Geschichte detailliert Auskunft erteilen. "Ein Bildungsangebot, das die Schulen der Region für sich nutzen mögen", sagt Dr. Andreas Wagner vom Verein Politische Memoriale. Sein Mitwirken gilt als deut liches Signal und Interesse des Landes MV, Schlagsdorf, das Grenzhus und den Naturraum zwischen dem Mechower See und dem Grenzhus "als zentralen Ort der Erinnerung in Mecklenburg-Vorpommern" zu gestalten. "Das Land hat eine hohe Sensibilität entwickelt und den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Schlagsdorf ausgerichtet", sagt Wagner. Das dürfte die konzeptionelle, wissenschaftliche und pädagogische Arbeit beflügeln. Punkte, die als wesentliche Voraussetzung für einen dauerhaften Bestand der Einrichtung gelten. "Darin eingegliedert sind Entscheidungen über Investitionen und Personalaufstockung sowie die Entwicklung eines Trägerkonzeptes für das Grenzhus, wo Land und Bund gefragt sind", sagt Schriefer. Investoren und Förderer wünschen ausreichend Sicherheiten.

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