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Langzeitarbeitslose können raus aus Hartz IV : Start für die Bürgerarbeit in Gadebusch

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Raus aus Hartz IV - das hat Brigitte Langpap geschafft. Die Frau aus Mühlen Eichsen hat eine Anstellung im Zuge der Bürgerarbeit in der Gadebuscher Möbelbörse erhalten und verdient jetzt ihr eigenes Geld.

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erstellt am 18.Nov.2011 | 11:14 Uhr

Gadebusch | Raus aus Hartz IV - das hat Brigitte Langpap geschafft. Die Frau aus Mühlen Eichsen hat eine Anstellung im Zuge der Bürgerarbeit in der Gadebuscher Möbelbörse erhalten und verdient jetzt ihr eigenes Geld. Drei Jahre kann sie aller Voraussicht nach dort arbeiten. Sie teilt Personal ein, übernimmt Koordinierungsaufgaben, berät Kunden der Möbelbörse. "Es macht viel Spaß und es ist wichtig, wieder unter Leuten zu sein. Wenn man arbeitslos ist, besteht die Gefahr, soziale Kontakte zu verlieren", sagt Birgitte Langpap.

In den vergangenen drei Jahren hatte die gelernte Textilreinigerin bereits ehrenamtlich für die Möbelbörse gearbeitet und erhielt eine Aufwandsentschädigung. Nun erhält sie pro Monat 900 Euro, hinzu kommt eine finanzielle Aufstockung durch ihren Arbeitgeber. Das ist in diesem Fall der Ortsverein des Arbeitslosenverbandes Gadebusch. "Wir zahlen mit insgesamt knapp 1300 Euro also nach Tarif, weil wir der Meinung sind, dass man von seiner Tätigkeit auch leben können muss", verdeutlicht die Vorsitzende des Ortsvereins, Luise Krüger. Nach ihren Angaben bietet der gemeinnützige Ortsverein derzeit drei Menschen die Möglichkeit zur Bürgerarbeit. "Wir haben die Absicht, eine weitere Stelle zu beantragen", so Krüger.

Die Bundesagentur für Arbeit hat das Programm "Bürgerarbeit" aufgelegt, um Langzeitarbeitslose in Arbeit zu vermitteln und wieder an ein geregeltes Berufsleben heranzuführen. Dabei erhalten sie für eine 30-Stunden-Woche pauschal 900 Euro. Bis zu 34 000 Stellen sollen bundesweit geschaffen werden.

Für Brigitte Langpap war der Schritt raus aus der Stütze, rein in die Bürgerarbeit auch für das Selbstwertgefühl enorm wichtig gewesen. "Hartz IV stempelt einen irgendwie ab. Konzertkarten sind unerschwinglich für Leute, die auf jeden Cent achten müssen", verdeutlicht Langpap.

Nach der politischen Wende war Brigitte Langpap insgesamt elf Jahre lang arbeitslos. In den Urlaub gefahren sei sie praktisch nie. "Wenn ich es mit jetzt leisten kann, möchte ich gerne spontan irgendwo hinfahren", sagt die Mühlen Eichsenerin.

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