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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 21:50 Uhr

Starke Mädchen machen Theater

vom

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erstellt am 18.Aug.2010 | 05:49 Uhr

Alt Jabel | Es geht um eine Sage aus alten Tagen, und es geht um das Hier und Heute. Es geht um die Suche nach einer goldenen Wiege, und es geht um den Mut, Entscheidungen zu treffen und stark zu sein, hinter diesen zu stehen.

Die letzte Ferienwoche ist für Laura, Anabell, Anna-Maria, Julia, Vanessa, Laura und Sabrina angebrochen. Es ist eine ganz besondere Woche im Erholungszentrum Alt Jabel, in der am Anfang das Kennenlernen steht und am Ende eine eingespielte Gruppe, die vor kleinem Publikum ein Theaterstück aufführt.

Sie singen den Kanon Dona nobis pacem und gehen langsamen Schrittes und in Zweierreihen Richtung Kirchruine. Nonnen in Alt Jabel, ein ungewöhnliches Bild, doch für den Ferienworkshop haben sich die zwölf- bis 14-jährigen Mädchen in Nonnentrachten gehüllt, um für ihr Theaterspiel zu proben. Kirchruine, ein verwilderter Garten und der Speiseraum ihres Feriendomizils - das sind die Schauplätze ihres Stückes, das bis Freitag einstudiert wird. "Die einzelnen Charaktere haben wir uns selber ausgesucht", sagt Vanessa aus Ludwigslust. Den Handlungsstrang, die Choreografie und die Regie gibt jedoch die Berliner Theaterpädagogin Annette Borchert vor. Sie lässt eine alte Sage von ihren Schauspielerinnen erzählen, verknüpft die Geschichte mit der Gegenwart, in der, einst wie in der Sage eine neue Vorsteherin, ein Mensch gegen Regeln verstößt. "Wie gehe ich mit der Tatsache um, dass jemand die Regel gebrochen hat? Das ist eine der Fragen, mit der sich das Stück befasst", sagt Annette Borchert. Regeln und Regelbruch. Aktion und Reaktion. Die Gruppe und der Einzelne. Die Stärke, eine Entscheidung zu treffen, die Stärke, diese Entscheidung umzusetzen und durchzuhalten und die Stärke der Anderen, diese Entscheidung zu akzeptieren - darum geht es in dem Stück im Rahmen des Workshops, der den Namen "Starke Mädchen" trägt.

Die letzte von vier Sequenzen wird eine Filmsequenz sein. "Darin lassen wir die Nonnen träumen", sagt Katja Zanger. Sie baut einerseits das filmische Element ins Stück ein, andererseits dokumentiert die 39-Jährige per Kamera auch die Woche der Mädchen im Feriencamp.

Theaterspielen, gemeinsam etwas auf die Beine stellen, das verbindet die Mädchen, die sich für dieses Angebot des Zebef entschieden haben. "Wir proben mehrere Stunden am Tag", sagt Anabell. Und wenn es zwischendurch, so wie am Dienstag, zum Schwimmen geht, "dann wird eben abends noch geübt", sagt Anabell aus Grabow. Untergebracht sind die Sieben alle in einem der zahlreichen Häuser, die auf dem weitläufigen Gelände des Erholungszentrum stehen, in dem derzeit auch noch die Mädchen und Jungen des vierten Zebef-Abenteuercamps Urlaub machen.

"Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, wenn wir das Stück am Freitag aufführen", sagt Anna-Maria. Sie wohnt in Neu Jabel und hatte die kürzeste Anreise. Eltern und Geschwister der Mädchen werden kommen. Um die 20 Besucher werden erwartet, die sich das rund 15-minütige Ergebnis einer spannenden und intensiven Woche anschauen wollen. Einer Woche, in der viele Entscheidungen getroffen werden mussten, in der verschiedenste Menschen aufeinander getroffen sind, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

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