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Offshore Plattform aus Wismar : Stahlgiganten auf Kurs Helgoland

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Voller Einsatz, hieß es für die Mitarbeiter am Wismarer Werftstandort von Nordic Yards. Die erste Ausdockung im Jahr stand an. Doch das, was zwei Hochseeschlepper vor der Werfthalle an den Haken nahmen, war kein Schiff.

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erstellt am 03.Apr.2013 | 07:18 Uhr

Wismar | Voller Einsatz, hieß es für die Mitarbeiter am Wismarer Werftstandort von Nordic Yards. Die erste Ausdockung in diesem Jahr stand an. Doch das, was zwei Hochseeschlepper vor der Werfthalle an den Haken nahmen, war kein Schiff, sondern ein Seeponton mit gewaltig aufragenden Konstruktionsteilen. Dazu war bereits im Vorjahr der Seeponton 3, bekannt durch verschiedene Zubringerdienste zwischen Lubmin, Rostock und Wismar, zur schwimmenden Bauplattform umfunktioniert worden. An Deck befinden sich eine Tragkonstruktion, genannt base frame, und der so genannte cable access tower, sprich Kabelzugangsturm. Beide Großteile bilden die tragende Basis für die künftige Konverterplattform "HelWin alpha".

Standort für das Umspannwerk auf See, welches im kommenden Jahr an das Netz gehen soll, ist eine Position nordwestlich der Insel Helgoland. Dort soll die Technikplattform in einer Wassertiefe von etwa 23 Metern einen festen Standort erhalten. Von Wismar aus setzte sich deshalb der tausende Tonnen schwere Transport im Schleppverband direkt zum künftigen Einsatzort in Richtung Nordsee in Bewegung. Sind die stählernen Ungetüme des künftigen Windparks per Groß-Schwimmkrane auf Position gebracht, kann die Konstruktion das eigentliche Umspannwerk von "HelWin alpha" tragen. Dort wird der aus den Windradturbinen gewonnene Wechselstrom mit einer Leistung von bis zu 576 Megawatt gebündelt und in hohen Gleichstrom konvertiert. Nur so ist ein verlustfreier Weitertransport per Seekabel an Land möglich. Die Station, mehr als 10 000 Tonnen schwer, 72 Meter lang, 51 Meter breit und 35 Meter hoch, soll voraussichtlich Mitte Mai von Wismar aus selbstschwimmend in Richtung Nordsee geschleppt werden.

Für die sichere Überfahrt durch den Skagerrak in Richtung deutsche Bucht sorgen seitdem der deutsche Hochseeschlepper "Weser" (34 m lang, 13 m breit) und sein spanischer Partner "Ibaitabal Diaz" (37 m lang, 14 m breit). Bei einer den Wetterbedingungen angepassten Schleppgeschwindigkeit um die fünf Knoten pro Stunde veranschlagen die beiden Schlepperbesatzungen knapp eine Woche bis zum Erreichen der Zielposition. Sollte es das Wetter erfordern, kann noch ein zusätzlicher Zwischenstopp, möglicherweise an der Westküste von Dänemark, notwendig werden. Die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal ist für solche Schleppzüge grundsätzlich nicht möglich, zumal die Brückenhöhen in diesem Fall eine Passage ohnehin nicht zulassen.

Mit dem Seeponton 3, der nicht das erste Mal im Schlepp zum Wismarer Werftstandort im Einsatz war, sollte der etwa 145 m lange Schleppverband, ungeachtet verschiedener Schlängelkurse in der Bundeswasserstraße der Wismarbucht, für das nautische Personal keine große Hürde darstellen. Da jedoch beide Schlepper einen erheblichen Tiefgang aufweisen, waren sie für die Revierfahrt mit jeweils einem Lotsen besetzt.

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