zur Navigation springen

Wirtschaftsförderung in Grevesmühlen : Stärkeres Engagement für Unternehmen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

GmbH soll sich um Neuansiedlung und Bestandspflege von Unternehmen kümmern, der Kreis in Verwaltungsverfahren unterstützen

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2016 | 02:55 Uhr

Nach jahrelangem Streit scheint sich nun endlich die Zukunft der Wirtschaftsförderung im Nordwesten abzuzeichnen. Denn nach der Sitzung des Wirtschaftsausschusses gaben die Kreistags-Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU eine gemeinsame Presseerklärung ab. Unisono erklärten der Christdemokrat Thomas Grote und Sozialdemokrat Wolfgang Glaner: „Die Freude ist groß, dass es gemeinsam gelungen ist, der Wirtschaftsförderung eine neue Zukunft zu geben.“

Eine Zukunft, die zweigleisig daherkommen soll. „Es geht nicht nur um Neuansiedlung von Unternehmen und Gewerbe, sondern insbesondere auch um die Bestandspflege der tollen Unternehmen in Nordwestmecklenburg“, sagt Thomas Grote. Diese Aufgaben soll eine gut organisierte Wirtschaftsförderungsgesellschaft als GmbH übernehmen. Parallel dazu soll in der Kreisverwaltung eine Begleitung von Unternehmen in Verwaltungsverfahren sichergestellt werden. In der Kreisverwaltung könne am effizientesten eine Unterstützung von Unternehmen in Verwaltungsverfahren vor anderen Behörden sowie bei der Erlangung von Fördermitteln geleistet werden.

Dass die entsprechende von CDU und SPD gemeinsam erarbeitete Beschlussvorlage den Kreistag am 19. Mai in Wismar erfolgreich passieren wird, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Denn die beiden großen Fraktionen verfügen in der 61 Sitze zählenden Nordwest-Volksvertretung über eine Mehrheit von 33 Stimmen. Da müssten schon einige Fraktionsmitglieder fehlen und der Rest des Kreistags die Beschlussvorlage geschlossen ablehnen.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder heftige Kritik an der Arbeit der beim Kreis angesiedelten Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Die Gesellschaft betreibe seit Jahren keine Wirtschaftsförderung, die diesen Namen verdient, kritisiert aktuell Mathias Engling von der Fraktion Grüne/Liberale/Familie. „So existiert weder eine Datenbank mit Kontaktdaten von Unternehmen und potenziellen Investoren noch fand jemals aktives Standortmarketing statt. Stattdessen beschränkte sich die Tätigkeit auf die Verwaltung von Restgrundstücken, für die noch keine Investoren gefunden werden konnte“, so das Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Während die Erfolge der Gesellschaft praktisch nicht messbar seien, verursache sie hingegen jährlich einen Verlust von über 40  000 Euro. Und da weder das Konzept der Gesellschaft noch die tatsächlichen Ergebnisse ihrer Tätigkeit hinterfragt worden seien, habe der Landkreis im Lauf der Jahre Unsummen in der Gesellschaft versenkt.

Wie stiefmütterlich die Wirtschaftsförderung im Nordwestkreis behandelt wird, zeigt ein kleines Beispiel. Auf der Internetseite des Landkreises findet sich neben dem Hinweis, dass der Auftritt der Wirtschaftsförderungsgesellschaft derzeit überarbeitet wird, als Aufgabenbeschreibung lediglich und ausschließlich der Verkauf der Gewerbegrundstücke in Upahl.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen