Rehna : Stadtvertreter zeigt „Saulöcher“

Stadtvertreter Alfred Böttcher bedauert zwar seine Wortwahl über Rehna („Drecks- und Sauloch“), zeigte gestern aber Orte der Zerstörung.
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Stadtvertreter Alfred Böttcher bedauert zwar seine Wortwahl über Rehna („Drecks- und Sauloch“), zeigte gestern aber Orte der Zerstörung.

Stadtvertreter Alfred Böttcher bedauert Wortwahl. SVZ-Leserin ist entsetzt

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16. Februar 2018, 21:00 Uhr

Nach seiner scharfen Kritik am Zustand der Klosterstadt Rehna hat der parteilose Stadtvertreter Alfred Böttcher zwar seine Wortwahl, nicht aber seine inhaltliche Aussage relativiert. Er habe keinem Einwohner der Stadt zu nahe treten wollen, sagte Böttcher gestern unserer Zeitung. Zuvor hatte der Kommunalpolitiker die mecklenburgische Kleinstadt in einer öffentlichen Ausschusssitzung als „Drecks- und Sauloch“ bezeichnet (wir berichteten).

„Vielleicht hätte ich es anders formulieren sollen. Denn, dass die Stadt an einigen Stellen schmutzig geworden ist, steht wohl außer Frage“, sagte Böttcher. In diesem Zusammenhang nannte er vier konkrete Orte innerhalb Rehnas. So werde immer wieder an einem Container-Stellplatz in der Thälmannstraße Sperrmüll illegal entsorgt. Auf einem Bolzplatz lande ein ums andere Mal Müll. Und im Bereich des Mühlenteichs sammelten sich Partyreste wie leere Flaschen, Dosen und sonstiger Unrat an. Als viertes Beispiel zeigt der seit 1969 in Rehna lebende Böttcher einen Tisch am Spielplatz in der Goethestraße. Darauf wurde offenbar ein offenes Feuer entfacht. „Es gehört sich einfach nicht, dass so etwas mutwillig zerstört oder Müll illegal entsorgt wird“, betont Böttcher. Und er fordert von Einwohnern der Stadt Zivilcourage – statt einfach wegzuschauen.

Dass Böttcher Einwohner der Stadt mit seiner derben Wortwahl beleidigt haben könnte, liegt ihm nach eigenen Angaben fern. „Ich wollte damit keinem Rehnaer beleidigen“, betont er nochmals . Es gehe ihm aber um die Sauberkeit in der Stadt. „Meine Worte sollten ein Anstoß gewesen sein, um darüber nachzudenken. Denn wenn alles in Ordnung wäre, hätte ich die Formulierung erst gar nicht benutzen brauchen“, so der einstige Bürgermeister-Kandidat.

Für seine Wortwahl hatte Böttcher bereits Kritik von mehreren Stadtvertretern einstecken müssen. Und auch der Ausschussvorsitzende Marco Weber kann Böttchers Wortwahl nichts abgewinnen. „Da spielte wohl eine Profilierungssucht eine gewisse Rolle. Rehna ist eine absolut schöne Stadt, was Besucher, aber auch Einwohner aus Nachbarorten uns immer wieder bestätigen“, sagt der Bauausschuss-Vorsitzende Marco Weber.

Entsetzt über Böttchers Formulierungen zeigte sich SVZ-Leserin Edith Beltz. Am „heißen Draht“ der SVZ sagte sie gestern Nachmittag: „Man sollte in Zukunft lieber erst nachdenken, bevor man solche Äußerungen von sich gibt. Unsere kleine, saubere und grüne Stadt ist alles andere als das, was der Stadtvertreter hier ausgesprochen hat. Wer in seiner Stadt nur selten etwas Positives entdeckt, nur Negatives erlebt, der sollte sein Ränzlein packen.“

Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg hatte bereits erklärt, dass er die Äußerung Böttchers als Stadtvertreter als beschämend empfinde.

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