zur Navigation springen

Grevesmühlen: 20000 Euro für Open Air : Stadt wirft Rettungsanker für Piraten

vom

Die in Finanznot geratenen Piraten können auf Rettung hoffen. Gestern beschlossen die Stadtvertreter, 20.000 Euro zur Finanzierung des Insolvenzverfahrens und des Betriebes der Betriebsgesellschaft bereit zu stellen.

Grevesmühlen | Die in schwere See geratenen Grevesmühlener Piraten können auf ihre Rettung hoffen. Gestern Abend beschloss die Mehrheit der Grevesmühlener Stadtvertreter, 20 000 Euro zur Finanzierung eines geordneten Insolvenzverfahrens und des laufenden Betriebes der Piraten Open Air Betriebsgesellschaft GmbH bereit zu stellen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Baetke hofft, dass durch ein geordnetes Insolvenzverfahren das Unternehmen wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gesteuert werde. Die Alternative dazu sei die Gefahr einer kompletten Zerschlagung des Unternehmens gewesen. "Gläubiger hätten sich in diesem Fall die Sahnestücke herausholen können. Dem wird durch ein geordnetes Insolvenzverfahren ein Riegel vorgeschoben", sagte Baetke gegenüber unserer Zeitung. Der SPD-Fraktionschef wies zudem darauf hin, dass Grevesmühlen erst durch die Piraten bundesweit bekannt geworden sei. "Aus meiner Sicht ist es die Sache wert, das Image einer ,Piratenstadt’ zu bewahren", verdeutlichte Baetke. Die CDU-Stadtvertreterin Christiane Münter warnte hingegen vor der finanziellen Hilfe: "Hier hat man sich von Anfang an überhoben."

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Decker strebt eine Sanierung der Grevesmühlener Unternehmens an. "Ziel ist es, eine stabile Lösung zu finden, die die Arbeitsplätze und getätigten Investitionen erhält und eine Fortsetzung des Spielbetriebs in 2012 ermöglicht", so Decker gegenüber der SVZ. Hätte er gestern Abend nicht die Unterstützung der Stadt Grevesmühlen erhalten, wäre laut Beschlussvorlage die sofortige Liqidation des Theaterbetriebes die Folge gewesen: "Im Ergebnis stünde eine Betriebsstätte, die höchstwahrscheinlich nicht mehr als Festvialgelände genutzt werden könnte bzw. nur mir einem erheblichen Investitionsbedarf", heißt es darin weiter.

Auch die Verwaltung der Stadt Grevesmühlen plädierte für die finanzielle Unterstützung der Piraten. Andernfalls wären aus Sicht der Verwaltung Arbeitsplätze, überregionale Werbung für die Stadt und bestehende Synergieeffekte für die regionale Tourismusbranche sowie den Einzelhandel verloren gegangen.

Die Piraten Open Air Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Grevesmühlen hatte im vergangenen Monat einen Insolvenzantrag stellen müssen. Seit fünf Jahren stachen die Grevesmühlener Piraten alljährlich auf der neuen Grevesmühlener Freilichtanlage in See. Die actionreichen Shows erwiesen sich als Besucher- und Touristenmagnet. Allein in dieser Saison strömten knapp 50 000 Gäste zu den Darbietungen mit rund 100 Spezialeffekten und Vulkanausbruch.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Dez.2011 | 09:22 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen