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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Sanierung : Stadt will Altbauten retten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für denkmalgeschützte Häuser in Gadebuschs Altstadt stehen noch Gelder für Instandsetzungen zur Verfügung. Die Förderung läuft 2017 aus.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 00:00 Uhr

Alte Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild von Gadebusch. Dicht an dicht reihen sich die denkmalgeschützten Gebäude im Altstadtkern aneinander. Viele von ihnen sind bereits aufwendig und liebevoll saniert worden. Einige jedoch scheinen dem Verfall preisgegeben, werden mit der Zeit windschief und drohen einzustürzen.

Damit dies nicht geschieht, bietet die Stadt Fördermittel für die Sanierung an. „Es gibt noch einen Topf mit Mitteln aus dem wir auch private Sanierungsmaßnahmen bezuschussen können“, sagt Rommy Elßner, Leiterin des Bauamtes Gadebusch. Doch die Mittel können nicht mehr lange ausgeschöpft werden: „Wir bekommen seit 2012 keine neuen Fördermittel mehr und können nur noch das ausgeben, was wir noch übrig haben“, so Elßner. „2017 gilt die Maßnahme als abgeschlossen. Wir müssen also zusehen und die Gelder ausgeben.“

Wer jetzt sanierungswillig ist, der könne sich beim Bauamt melden, sagt Rommy Elßner. „Wir freuen uns über jeden, der die Initiative ergreift. Jetzt gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst.“ Mit vielen Eigentümern von denkmalgeschützten Gebäuden im Altstadtkern stehe sie bereits in Kontakt. Oft scheitere das Sanierungsvorhaben jedoch am Eigenanteil, der aufgebracht werden muss, um die Zuschüsse zu erhalten, erklärt die Bauamtsleiterin.

Je nach Bedeutung des Gebäudes für das Stadtbild werden unterschiedliche Förderraten – zum Teil bis zu 50 Prozent der Gesamtsumme – angeboten: Kleinteilige Maßnahmen sowie die Teil- oder Vollsanierung können gefördert werden. „In der Regel werden die kleinteiligen Maßnahmen abgerufen“, so Elßner. Oft handele es sich um die Sanierung von Fassaden, Dächern und Fenster oder Türen. „Wir geben für Dach und Fassade teilweise bis zu 50 Prozent Förderung“, sagt die Bauamtsleiterin. Es gebe aber auch einen Höchstsatz an Mitteln, der ausgegeben werden könne: „Die Kosten dürfen 300 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche nicht überschreiten. Das ist vom Bund so vorgegeben.“ Doch für ein neues Dach reiche die kleinteilige Fördermaßnahme meist aus, sagt Elßner. Oft blieben die Kosten sogar unter dem Höchstsatz.

Der Vorteil des Abrufens der Gelder für kleinteilige Maßnahmen liege darin, dass die Abwicklung zeitnah und weniger kompliziert erfolgen könne als bei Teil- und Vollmodernisierungen, erklärt die Bauamtsleiterin. Denn für umfassende Kernsanierungen werde vorab ein Modernisierungsgutachten benötigt. Das kostet extra. „Das Gutachten ist aber selbst wieder förderfähig, ein Teil davon kann dann wieder bezuschusst werden“, sagt Elßner. Auch hier gilt: Je nachdem wie wertvoll das Gebäude aus städtebaulicher Sicht ist, sind Förderungen in der Höhe von bis zu 50 Prozent möglich. Der Vorteil der umfassenden Sanierungen: Die Innenausstattung wie beispielsweise das Bad fällt unter die förderfähigen Maßnahmen. „Natürlich können keine goldenen Wasserhähne oder ein Whirlpool gefördert werden. Aber alles, was dem normalen Standard entspricht, ist möglich.“ Und auch für die Dämmung, die bei alten Häusern oft nachgerüstet werden muss, kann Geld beantragt werden.Zuschüsse für den Erhalt von bereits sanierten Gebäuden gibt es indes nicht. „Wenn man Fördermittel erhalten hat, kann man sie nicht für die gleiche Maßnahme noch einmal bekommen. Die Unterhaltung eines Gebäudes können wir nicht fördern“, sagt die Bauamtsleiterin.

Es gibt nur noch zirka zehn denkmalgeschützte Häuser im Altstadtgebiet, die unsaniert sind, sagt Elßner. Und sie sei zuversichtlich, dass die Instandsetzung bei einigen davon bald losgehe. „Mit den Sanierungen, die bisher abgeschlossen wurden, bin ich wirklich zufrieden“, sagt die Bauamtsleiterin. Auch von Seiten der Bürger und von Touristen gebe es oft eine positive Resonanz auf das Stadtbild, erzählt sie.

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