Feuerwehr rehna : Stadt setzt auf Drehleiter und Fördergelder

Auch bei Großbränden, wie hier einst in Grevesmühlen, setzten Feuerwehrleute auch auf den Einsatz von Drehleitern.
Auch bei Großbränden, wie hier einst in Grevesmühlen, setzten Feuerwehrleute auch auf den Einsatz von Drehleitern.

Die Rehnaer Stadtvertreter haben dem Kauf einer Feuerwehr-Drehleiter zugestimmt. Was noch fehlt, sind Fördermittel.

svz.de von
07. Dezember 2013, 10:00 Uhr

Die Stadt Rehna hat grünes Licht für eine Investition in sechsstelliger Höhe gegeben. Sie will mit Hilfe von Fördermitteln eine Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr kaufen. Ob die Investition realisiert wird, hängt nun vom Landkreis Nordwestmecklenburg und dem Land MV ab. Sie sollen sich mit jeweils 116 666 Euro an den Investitionskosten in Höhe von 350 000 Euro beteiligen. Die Stadt will das restliche Drittel als Eigenanteil zuschießen.

Die Stadt begründet ihre Entscheidung für eine Drehleiter u. a. mit der schwierigen Situation bei der Rettung von Menschen. Als besonders kritisch seien die Plattenbauten in der Ernst-Thälmann-Straße einzustufen. „Viele dieser Gebäude verfügen über vier Etagen ohne zweiten Rettungsweg“, verdeutlicht Bernd Karnatz vom Ordnungsamt. Hinzu kämen Schwerpunktobjekte wie Kitas, Schule, Seniorenheim, Hotels, Dachgeschosswohnungen oder die Klinik in Parber. Dort sei in einem Brandfall die Menschenrettung über eine Drehleiter als wahrscheinlich anzusehen.

In einem Ernstfall, so die Befürchtung, verrinne zu viel Zeit, bis eine Drehleiter aus Schönberg oder Gadebusch am Einsatzort sein könnte. Für die Ausrücke- und Anfahrtszeit sei mit mindestens 20 Minuten zu rechnen. Werde die Erkundungszeit mit berücksichtigt, würden 28 bis 30 Minuten benötigt. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist 17 Minuten nach einem Brandausbruch die Reanimierungsgrenze bei Rauchgasvergiftungen erreicht.

Dass der Kauf einer Drehleiter mit erheblichen Folgekosten verbunden ist, darauf verwies Matthias Maack in der jüngsten Stadtvertretersitzung. Neben jährlichen Unterhaltungskosten kämen alle zehn Jahre Ausgaben von 10 000 bis 20 000 Euro für eine großen Drehleiter-Wartung hinzu.

Als „überzogen und falsch“ wies der stellvertretende Bürgermeister und Rehnaer Amtswehrführer, Henry Wanzenberg, die Zahlen zurück. Rückendeckung bekam er von Stadtvertreter Heinrich Teegen: „Wir sollten uns vor der Aussage hüten, Rehna braucht keine Drehleiter.“

Die Vorsitzende der Löwitzer Ortsteilvertretung, Brunhilde Drewes, verglich die geplante Investition mit einer Versicherung. „Sie kostet zwar Geld. Aber wenn man sie nicht hat, dann wird es im Ernstfall schlimm“, so Drewes. Stadtvertreter Martin Reininghaus gab hingegen zu bedenken, dass die Stadt ihren finanziellen Spielraum immer stärker einschränke. „Es ist ein ewiges Dilemma für Kommunen, dass Pflichtaufgaben immer mehr Geld erfordern“, so Reininghaus.

Eine Sprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg erklärte auf SVZ-Anfrage zum Thema Drehleiter: „Wir haben Verständnis dafür und werden das Anliegen prüfen. Aber die große Hoffnung können wir Rehna noch nicht machen.“

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