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Wer führt das insolvente Open-Air weiter? : Stadt entscheidet über Piraten

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Eine schwierige Entscheidung, die die Grevesmühlener Stadtvertretung zu fällen hat: Sie stimmt heute darüber ab, wer das insolvente Piraten-Theater weiterführt - und das Unternehmen wieder in ruhigere Fahrwasser steuert.

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erstellt am 29.Jan.2012 | 04:36 Uhr

Grevesmühlen | Es ist eine schwierige Entscheidung, die die Grevesmühlener Stadtvertretung heute zu fällen hat: In einer Sondersitzung wird das Gremium unter dem Tagesordnungs-Punkt "Vergabe eines Pachtvertrages für das Piraten Open Air Gelände" darüber abstimmen, wer das insolvente Piraten-Theater weiterführt - und das angeschlagene Unternehmen wieder in ruhigere Fahrwasser steuert. Eine Entscheidung, bei der Eile geboten ist, wie Bürgermeister Jürgen Ditz betont: "Es muss jetzt schnell gehen, deshalb wurde diese Sondersitzung einberufen. Wir brauchen den Beschluss der Stadtvertretung als Richtungsvorgabe. Auch, damit die handelnden Personen Sicherheit bekommen." Und, nicht zuletzt, damit das Piraten-Theater ohne weitere Verluste Ende Juni in die neue Spielzeit starten kann. Bereits am 1. Februar, berichtet Ditz, will der Insolvenzverwalter die vorläufige Insolvenz in ein Insolvenzverfahren überführen.

Zwei Bewerbungen sind bis zum Ablauf der Frist am 20. Januar eingegangen (wir berichteten). "Beide Bewerber, sowohl Matthias Sievert mit seiner ,Adventure Productions Grevesmühlen GmbH, als auch die Gruppe um Alfons Kujat, zu der vor allem Schauspieler und Mitwirkende gehören, haben Konzepte vorgelegt, wie sie sich den Weiterbetrieb vorstellen", so der Bürgermeister. Dazu gehören auch ein Pachtangebot für das Gelände sowie ein Kaufangebot zur Insolvenzmasse. "Die Stadtvertreter stehen nun vor dem Problem, die unterschiedlichen Angebote zu beurteilen und zu bewerten, wo sie die größte Chance sehen", macht Ditz deutlich. Und dabei, betont der Bürgermeister, ginge es eben nicht nur um die Neuverpachtung, sondern auch um die Liquidation der alten Gesellschaft. "Der neue Betreiber wird die alten Dinge der Piraten Open Air, beispielsweise Tribünen, Kostüme oder Requisiten, brauchen. Deshalb ist es wünschenswert, dass derjenige, der den Pachtvertrag unterschreibt, auch die Insolvenzmasse aufkauft."

Im öffentlichen Teil der Sitzung, die um 18 Uhr im Grevesmühlener Rathaus beginnt, werden beide Gruppen ihre Konzepte noch einmal vorstellen und "versuchen, die Stadtvertreter zu überzeugen", so Ditz. Bereits in der vergangenen Woche hat er zu diesen Konzepten Gespräche mit dem Insolvenzverwalter geführt, um offene Fragen zusammenzufassen. "Wir haben beide Gruppe gebeten, dazu in der Sitzung noch einmal Stellung zu beziehen. Dies wird ebenfalls in die Wertung einfließen." Im anschließenden nicht öffentlichen Teil der Sondersitzung schließlich wollen die Stadtvertreter die Angebote detailliert besprechen - und eine Entscheidung fällen. "Es gibt positive und negative Aspekte auf beiden Seiten", ist der Bürgermeister im Vorfeld der Entscheidung bereit mitzuteilen. Mehr jedoch will er nicht sagen: "Es ist mir wichtig, neutral zu bleiben und keinen Stadtvertreter in irgendeine Richtung zu beeinflussen. Sie sollen sich ihre eigene Meinung bilden."

Neben der Frage des künftigen Betreibers werden die Kommunalpolitiker auch über den Pachtvertrag selbst entscheiden. Inhaltlich soll sich an dem Kontrakt nichts ändern. "Der Vertrag ist ja schon einmal durch alle Gremien gegangen. Ich hoffe deshalb, dass die Politik dem Vorschlag folgt", so Ditz. Bestandteil des Vertrages wird in jedem Fall jene Restsumme sein, die der bisherige Betreiber nach gemeinsamen Investitionen bei der Erschließung des Geländes nicht vollständig zurückgezahlt hatte. Jürgen Ditz hofft, dass sich sowohl die städtischen Interessen als auch die des Betreibers berücksichtigen lassen - wenn auch er weiß, dass insbesondere die Anfangszeit für den neuen Betreiber schwierig werden könnte. "Gerade wenn man anfängt, gibt es immer Probleme. Es braucht eine gewisse Zeit, um Kapital zu bilden. Wann in welcher Höhe Geld fließt, ist die Frage." Das Bekenntnis der Stadt für ihre Piraten ist dennoch umso deutlicher: Gerade der touristische Aspekt sei wesentlich, so Ditz, zudem gebe es diverse positive Nebeneffekte wie Beschäftigungsmöglichkeiten für lokale Unternehmen. "Wir haben die Hoffnung, dass das Piraten-Theater als Highlight erhalten werden kann", so Ditz.

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