GADEBUSCH : Stadt bedauert Vereins-Aus

300 Jahre nach der Schwedenschlacht zog es tausende Besucher nach Wakenstädt. Die Gedenkstätte soll auch weiterhin gepflegt werden.
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300 Jahre nach der Schwedenschlacht zog es tausende Besucher nach Wakenstädt. Die Gedenkstätte soll auch weiterhin gepflegt werden.

Nach dem Rückzug von Frank Rohmann und dem Kulturhistorischen Verein setzt die Stadt weiterhin auf touristische Vermarktung

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06. November 2015, 23:52 Uhr

Für einen Paukenschlag sorgte vor Wochenfrist Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein von 1712. Er gab nach 17-jährigem Engagement das Aus des Vereins bekannt und sparte dabei nicht mit Kritik. Er warf u. a. der Stadt Gadebusch mangelnde Unterstützung vor.

Nun äußern sich Bürgermeister Ulrich Howest und Kulturausschuss-Vorsitzender Klaus Leuchtemann erstmals öffentlich zu dem Aus des Vereins und zur Zukunft der so genannten Schwedenhütte in Wakenstädt. Sie befindet sich im Eigentum der Stadt und soll auch weiterhin touristisch genutzt werden. „Wir streben einen möglichst nahtlosen Übergang an“, sagt Klaus Leuchtemann. Nach seinen Angaben soll es auch weiterhin Führungen dort geben, wo vor mehr als 300 Jahren die einst größte Feldschlacht auf mecklenburgischem Boden tobte. Damals, 1712, standen sich schwedische und dänische Truppen gegenüber. Tausende Menschen fanden den Tod.

Dass ein Teil der städtischen Geschichte nicht verloren geht, darauf setzt auch Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest. Er verweist auf Absprachen mit dem Museumsteam, das Besuchern der Stadt Infos und Hintergründe zur Schwedenschlacht weiterhin vermittelt wird.

Sowohl Bürgermeister Ulrich Howest als auch der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Leuchtemann bedauern, dass der Kulturhistorische Verein von 1712 sich auflöst. „Genauso bedauerlich ist es aber auch, dass Herr Rohmann es in den vergangenen Jahren nicht schaffte, aus den eigenen Reihen einen Nachfolger zu finden. Denn es werden immer Leute gesucht, die sich um historische Fakten kümmern“, so Klaus Leuchtemann. Er hofft, dass Frank Rohmann auch nach dem Vereins-Aus für Führungen zur Verfügung steht.

Ob dies Realität wird, bleibt abzuwarten. Denn Frank Rohmann zeigte sich bei seinem Abschied enttäuscht von der Stadt. „Bis 2012 haben wir immer eine kleine Förderung von der Stadt erhalten, seitdem bekommen wir nicht mal mehr eine Antwort auf unsere Anträge“, erklärte der 71-Jährige vor Wochenfrist.

Über diese Kritik zeigt sich Stadtoberhaupt Ulrich Howest verwundert. Er verweist u. a. auf 1000 Euro im Jahr 2014. Dieses Geld stellte die Kommune dem Kulturhistorischen Verein für eine Ausstellung in Schwedens Partnerstadt Åmål zur Verfügung. „Das ist Fakt, und im Nachhinein das Gegenteil zu behaupten, entspricht nicht den Tatsachen“, so Ulrich Howest.

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