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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 02:17 Uhr

Roggendorf : Stachelige Neulinge im Tierheim

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die beiden Bartagamen sollen bei Reinhardtsdorf gefunden worden sein

svz.de von
erstellt am 19.Jun.2014 | 00:58 Uhr

Exotische Neulinge im Roggendorfer Tierheim: Am Dienstag hat die Einrichtung zwei Bartagamen aufgenommen, die bei Reinhardtsdorf gefunden worden sein sollen. Eine besondere Herausforderung für die Mitarbeiter des Tierheims: Auf die Schnelle musste nicht nur ein Terrarium, sondern auch eine entsprechende Lampe besorgt werden, die den aus Australien stammenden Tieren nicht nur UV-Licht, sondern auch eine Temperatur von 40 Grad garantiert. „Eine Lampe haben wir, vorerst sind die Tiere nun in einem Aquarium untergebracht, das jedoch zu klein ist.“ Im Internet hat eine Mitarbeiterin bereits ein ausreichend großes Terrarium gefunden, bei dem die Besitzer aus Wittenburg bereit sind, es dem Tierheim kostenlos zu überlassen.

Zudem hat sich Annette Herbing an einen Reptilien-Experten des Schweriner Zoos gewandt, der ihr erste Tipps zu Haltung und Pflege geben konnte und die Tiere Ende der Woche in Augenschein nehmen wird. „Wir suchen nun einen auf Reptilien spezialisierten Tierarzt“, so Herbing.

Denn mit den stacheligen Echsen und anderen Reptilien hatten die Tierheimleiterin und ihre Mitarbeiter bisher wenig zu tun: „Wir hatten bisher eine Pflegestelle für Reptilien“, erzählt Herbing. Diese stehe nun jedoch nicht mehr zur Verfügung. Sie habe den Eindruck, sagt Herbing, dass die Haltung - und all zu oft die Abgabe - derartiger Tiere stark zunehme. „Früher hatten wir solche Tiere im Tierheim überhaupt nicht“, sagt Herbing. Erst im Frühjahr hatten Unbekannte einer Mitarbeiterin des Tierheims eine Bartagame in den Briefkasten geworfen und sich des Exoten so entledigt. Hauptgrund für die Abgabe seien allzu oft die Kosten – und zwar vor allem die Stromkosten: „Durch die notwendige Beleuchtung steigen die Stromkosten heftig an“, oft werde dies durch Neu-Besitzer unterschätzt.

Die beiden Bartagamen jedenfalls, ein Männchen und ein Weibchen und schätzungsweise zwei Jahre alt, sind zahm und an Menschen gewöhnt. Das Männchen hat, möglicherweise aufgrund schlechter Haltung oder nach einer Verletzung, schwere Verkrüppelungen an den Hinterbeinen. Zehen und Krallen fehlen ihm fast vollständig.

„Wir würden uns sehr freuen, ein gutes, zuverlässiges Zuhause für die Tiere zu finden“, sagt Annette Herbing, weist jedoch auch auf die Besonderheiten der Reptilienhaltung hin. „Es müsste jemand sein, der sich auskennt und bereit wäre, sich auch von uns unter die Lupe nehmen zu lassen.“ Denn gerade aufgrund der Haltungsanforderungen werde das Tierheim Vor- und Nachkontrollen durchführen. „Es müsste einfach jemand sein, der sehr tierlieb ist, denn überall bekommt man solche Echsen schlichtweg nachgeschmissen“, macht Herbing deutlich.

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