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Der Fall Adamski : Staatssekretär will Patientin helfen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Fall der SVZ-Leserin Erika Adamski ist nun auch Thema in Berlin. Beauftragter der Bundesregierung will den Fall prüfen

von
erstellt am 09.Mai.2015 | 08:45 Uhr

Der Fall von Erika Adamski, der eine Taxifahrt nach einer Augen-OP von der Krankenkasse verwehrt wurde, ist nun auch Thema in Berlin. Staatssekretär Karl-Josef Laumann bietet der 83-jährigen, alleinstehenden Rentnerin seine Hilfe an. Laumann ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patienten und zeigt im Interview mit SVZ-Redakteur Michael Schmidt Ratsuchenden Hilfen auf.

Herr Staatssekretär, was sagen Sie dazu, dass einer alleinstehenden Frau (83) mit Gehhilfe nach einer ambulanten Augen-OP die Taxifahrt nach Hause von der Krankenkasse verweigert wurde? Was sollte die Dame jetzt unternehmen?

Staatssekretär Karl-Josef Laumann: Wenn die Dame einen Anspruch auf Fahrkostenerstattung hat, muss die Krankenkasse die Taxirechnung auch übernehmen. Ohne Wenn und Aber.

Die Betroffene sollte jetzt erst einmal schriftlich den Antrag zur Kostenübernahme bei der Krankenkasse einreichen. Diese muss dann auf der Grundlage der Krankentransport-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses eine Entscheidung treffen und Frau Adamski diese Entscheidung rechtskräftig mitteilen. Womöglich ergibt sich damit bereits eine Lösung. Ist das nicht der Fall, sollte Frau Adamski mir die Unterlagen zuschicken. Wir werden das dann überprüfen.

Können Sie die Kritik zahlreicher Leser nachvollziehen?

Ja. Um allerdings wirklich beurteilen zu können, wer Recht hat, muss man die Sachlage bis ins Detail kennen. Das deutsche Sozialrecht will eine große Einzelfallgerechtigkeit. Dadurch ist es mitunter kompliziert.

Was raten Sie Patienten, denen es nach ambulanten OPs ähnlich ergehen könnte? Wo können sich Patienten über Ihre Rechte informieren?

Ich rate Patientinnen und Patienten, sich so früh wie möglich bei ihrer eigenen Krankenkasse zu erkundigen und sich beraten zu lassen.

Die Krankenkassen stehen in der Verantwortung, eine umfängliche und verständliche Aufklärung zu leisten. Wenn das nicht passiert und jemand so davon abgehalten wird, überhaupt einen Antrag zu stellen, ist das ein Unding – um das ganz klar zu sagen. Zudem rate ich allen Versicherten, wenn man mit der Beratung der Krankenkasse unzufrieden ist, sich unter 0800-0117722 an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) zu wenden. Die UPD berät fachlich gut, unabhängig und kostenfrei.

Sehen Sie die Notwendigkeit einer Gesetzesveränderung als gegeben an?

Nein. Die Rechtslage, unter welchen Voraussetzungen die Krankenkassen Fahrkosten übernehmen müssen, ist auch durch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geklärt.


 

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