zur Navigation springen

Neuer Parcours im Grenzhus in Schlagsdorf : Spurensuche im einstigen Grenzland

vom

Das Grenzhus in Schlagsdorf wird sich in den kommenden Monaten mit einer völlig überarbeiteten Ausstellung und Präsentationsweise mit dem Thema deutsche Teilung und Grenze präsentieren.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2012 | 11:13 Uhr

Schlagsdorf | Das Grenzhus in Schlagsdorf soll sich in den kommenden Monaten mit einer völlig überarbeiteten Ausstellung und Präsentationsweise mit dem Thema deutsche Teilung und Grenze präsentieren. Ein erster Abschnitt des anspruchsvollen und umgesetzten Konzeptes im Bereich Außenanlagen wird am 9. November der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Eröffnung eines Parcours. "Es geht um Grenzwege um Schlagsdorf, die die Landschaft, bezogen auf die innerdeutsche Grenze, lesbar machen sollen", erklärt Gerd Schriefer, Geschäftsführer des Fördervereins der Biosphäre Schaalsee. Gemeinsam mit der Gemeinde Schlagsdorf, der Landesstelle für Gedenkstättenarbeit MV, dem Grenzhus e.V. sowie dem Amt für das Biosphärereservat wurde das Projekt Spurensuche im ehemaligen Grenzraum entwickelt. Denn wirklich viel, ist 23 Jahre nach der Öffnung der Mauer und Grenze nicht mehr vor Ort zu entdecken. Die Natur hat sich ihr Areal zurückerobert. Ausgenommen natürlich das Grenzhus mit dem Nachbau einer Grenzanlage. Genau dort, in der ehemaligen Kiesgrube oberhalb des Mechower Sees, sollen sich Schüler und Touristen mit der jüngsten deutschen Geschichte auch in Zukunft intensiv auseinandersetzen. "Der neue Parcours enthält zwei Wanderwege - von 1,5 und 2,1 Kilometern Länge. Die kurze Tour führt entlang der Aalkiste zu einem Aussichtsturm auf ,westlicher Seite und im längeren Abschnitt von der Außenanlage entlang des Mechower Sees zum Parkplatz Wietingsbek", erzählt Schriefer. Insgesamt 20 Stelen mit ebenso vielen Informationstafeln werden die Spurensuche auf den Strecken erleichtern.

"Wir haben eine Neubewertung der Informationen vorgenommen und stellen diese in einer überarbeiteten Form den Besuchern zur Verfügung", sagt Dr. Andreas Wagner von der Landesfachstelle für Gedenkstättenarbeit. Sicherungsanlagen, Sperren, Zäune werden somit erlebbarer, kann der Besucher ein umfassenderes Bild von der in den 1960er Jahren vollzogenen Teilung und stets und ständig erweiterten Grenzanlage erhalten. Somit werden Kulturlandschaft und Geschichte an einem Schauplatz der Geschichte in einer ganz neuen Form erlebbar.

Nach anfänglichen Bedenken hinsichtlich Zeitplan, Umfang sowie Finanzierbarkeit des Projektes steht Bürgermeister Ingo Melchin mit seiner Gemeinde hinter dem Vorhaben Neugestaltung Grenzhus mit Außenanlagen. "Wir stehen zum Projekt und unterstützen die Umsetzung nach unseren Möglichkeiten. Allein dadurch, dass wir uns bei der Realisierung inklusive der Erarbeitung eines neuen Betreiber- und Beschäftigungskonzeptes für das Haus mehr Zeit lassen wollen, wird das Projekt für uns nachvollziehbarer", so Melchin. Man wolle stabile und nachhaltig wirkende Strukturen. Ein Prozess, der ein vielversprechendes Ergebnis hervorbringen kann, meint auch Gerd Schriefer, der sich "auf die schrittweise und gemeinsame Realisierung" im Sinne der Stärkung des Grenzhuses und der Schaalseeregion freut.

Die Bedeutung des Informations-Standortes Schlagsdorf nach seiner Eröffnung durch die Landtage von Schleswig-Holstein und MV im Jahre 1999 stellt mittlerweile wohl niemand mehr in Frage. "Schlagsdorf ist der Ort in MV, wo über die Grenze und das Grenzland informiert wird", sagt Dr. Andreas Wagner.

Die Finanzierung des neuen Informationssystems in Höhe von 73 500 Euro übernehmen die Bundesstiftung Aufarbeitung SED Diktatur, die Landeszentrale politische Bildung, die Landesbeauftragte für Stasiunterlagen, der Landkreis, der Grenzhus e.V. sowie die Einrichtungen des Biosphärenreservates inklusive der Stiftung Biosphäre.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen