Fotoprojekt : Spurensuche am „Grünen Band“

Paul  und Dustin  verfolgen interessiert  den Ausführungen von Heike und Hartwig Fischer. Gemeinsam waren die Junior-Ranger vor Ort auf Spurensuche.
Paul und Dustin verfolgen interessiert den Ausführungen von Heike und Hartwig Fischer. Gemeinsam waren die Junior-Ranger vor Ort auf Spurensuche.

Bilder von damals und heute gesucht

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02. Juli 2014, 23:06 Uhr

„Hier stand der Wachturm. Dort verliefen der Kolonnenweg und die Dorfstraße von Neuhof“ – Heike und Hartwig Fischer aus Ratzeburg kennen sich aus, wenn es um die ehemalige innerdeutsche Grenze und die geschleiften Dörfern geht. Die frühere Redakteurin einer Wochenzeitung engagiert sich seit Jahren in der Aufarbeitung der Grenzgeschichte. Besonders Neuhof, das geschleifte Dorf zwischen Utecht und Thandorf, hat es den Fischers angetan. Ein Stück Geschichte, das sie den Junior-Ranger der Grund- und Realschule Schlagsdorf näher bringen. Sie zeigen Bilder von Zerstörung, Vertreibung und gehen mit ihnen auf Spurensuche an den Orten des Geschehens.

Ihr Vor-Ort-Termin ist der Start des Fotoprojektes „Natur und Grenze“, das das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee und der Förderverein Biosphäre mit Unterstützung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung initiiert haben. „Gesucht werden Bilder aus dem ehemaligen Grenzraum. Sie sollen im Kontrast zu Fotos aus der heutigen Zeit gestellt werden“, sagt Elke Dornblut. Die Mitarbeiterin des Biosphärenreservates koordiniert das Projekt.

Für die Viert- und Sechsklässler aus Schlagsdorf ist die Grenze nicht wirklich greifbar. Aber wie die Natur den einstigen Todesstreifen zurückerobert hat, fasziniert die Kinder. Paul (10) und Dustin (12) schauen auf ein Papierbild, blicken gen Westen und suchen Bäume vom Areal eines Bauernhofes als stille Zeugen aus dem einstigen Neuhof. 25 Jahre nach Öffnung der Grenze finden sie kaum Spuren, lediglich erahnen lassen sich diese. Ranger Mario Axel zeigt auf zwei Linden und eine Kastanie auf dem Bild und versucht mit den Jungs diese zu lokalisieren. Sträucher und Jungbäume verdecken die Sicht – ein viertel Jahrhundert nach dem Fall der Mauer hat die Natur ihr Refugium zurückerobert. „Gut so“, meinen die beiden Jungen, die, wenn es um Natur geht, am liebsten das Fahrrad nehmen. Die Geschichte interessiert sie nicht weniger als das Wissen um Tiere und Pflanzen in der Schaalseeregion. Sie wollen zum Fotoapparat greifen und jene Stelle, wo einst der Grenzturm stand , fotografieren. Daraus wird nichts an diesem Nachmittag, denn Schauerwolken ziehen heran. „Da müssen wir noch mal ran“, meint Axel zu seinen Schützlingen, den Junior-Rangern.

Elke Dornblut gibt sich optimistisch, dass zahlreiche Bürger sich ähnlich interessiert am Projekt beteiligen werden und ihre Fotos aus den Tagen der Grenzöffnung hervorholen. „Wir bitten die Fotografen und Bürger der Region, die Motive von damals, heute noch einmal neu zu fotografieren. Diese werden nebeneinander gestellt, um die Dynamik der Natur und Gesellschaft deutlich zu machen“, so Dornblut. Ein paar Zeilen Text dazu wären wünschenswert. Auf diese Weise werden nicht allein die Schlagsdorfer Junior-Ranger mit der Geschichte der Region und der Dynamik in der Natur konfrontiert. Mit diesen Bildern soll auch den Besucher der Region in verschiedenen Ausstellungen zwischen dem Zeughaus in Dömitz, dem Pahlhuus Zarrentin und dem Grenzhus Schlagsdorf die Bedeutung des „Grünen Bandes“ - die Verknüpfung der Großschutzgebiete Flusslandschaft Elbe M-V und Biosphärenreservat Schaalsee verdeutlicht werden.

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