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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 15:21 Uhr

Klocksdorf : Sprungturm in Position manövriert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Badesteg am Röggeliner See ist angebracht. Am 5. Juli soll für Helfer und Sponsoren ein Stegfest stattfinden

Kaiserwetter. Windstille. Bessere Voraussetzungen hätte es für das Verbringen der erneuerten Badesteg-Pontons in den Röggeliner See nicht geben können. Vier Monate sind vergangen seit der ersten Inspektion der leckgeschlagen Stahlröhren, die seit 35 Jahren am Ufer Badespaß ermöglichten und nun nicht mehr sicher waren. Gut siebzig Meter weit ragt der Steg hinein in den See bis dorthin, wo dieser mit 3,50 Metern tief genug ist für den Sprung vom Dreimeter-Turm auf dem letzten der elf Ponton-Elemente.

Bis zu Beginn der 1980er Jahre gab es eine konventionelle Pfahlkonstruktion. „Der Westwind drückt hier das Wasser gegen den Steg, da halten Pfähle nicht lange“, so Uwe Kaatz, einer der vielen Helfer. Sven Thorandt kniet auf einem Ponton, dreht Schrauben in die neue Beplankung. Schon als Junge sprang er von diesem Steg in den See. „Als Jugendlicher war ich dann dabei, als die Pfähle durch die Ponton-Konstruktion ersetzt wurden“, verrät der gebürtige Klocksdorfer. Aufgrund dieser langjährigen Geschichte gab es Bestandsschutz. Außerdem wurde ein alter Bootssteg im Schilfgürtel abgebaut und nicht wieder ersetzt. „Sonst hätten wir hier wegen des Naturschutzes keinen Steg mehr bauen können“, ist sich Thorandt sicher.

Um die 1300 Stunden Arbeit liegen zwischen der ersten Inspektion und dem am vergangenen Wochenende erfolgten Wiederaufbau. Viele Klocksdorfer arbeiteten jedes Wochenende, das ganze Dorf spendete, es gab einen Spendenlauf der Kinder. Doreen Thorandt, Organisatorin der Aktion: „Der Steg hat das Dorf zusammengebracht, alle haben angepackt.“ Künftig kümmert sich ein neuer Verein um dessen Unterhaltung.“

Der rötliche Farbton der Planken aus Bankira-Holz, das satte Grün der teuren Bootsfarbe am Geländer bilden einen schönen Kontrast zum Wasser, das die blaue Farbe des Himmels widerspiegelt. Uwe Kaatz, Burkhard Michaelis, Henning Schulz und Eckard Scherbinski sind seit sieben Uhr im und auf dem Wasser, verankern und verbinden die ersten sieben Elemente, jedes drei Tonnen schwer und 6,50 Meter lang. Mit seinem Teleskoplader bringt Schulz das achte ins Wasser und schiebt es längsseits. „Damit das letzte Element mit dem Turm nicht kippt“, erklärt er, „koppeln wir die letzten vier Pontons als Gegengewicht zusammen, bevor wir sie an die anderen setzen.“

Beim Herausholen war der Turm gekippt, das soll nun vermieden werden. Und es klappt. So weit es geht, fährt der schwere Lader ins Wasser, dann schiebt er die aneinander gereihten Elemente mit dem Sprungturm am Ende langsam in Position. Den Rest erledigen einige starke Männerarme und Seile, die das letzte Stück des Steges an ihren Platz ziehen und dort verankern. Gerne hätte man den Sprungturm mit einer federnden Plattform versehen. Aber das wäre mit 4000 Euro zu teuer geworden.

Mittags liegt der Klocksdorfer Badesteg wieder an Ort und Stelle. Die Pfähle für die neue Rutsche sind schon eingeschlagen, frischer Sand für den kleinen Strand wartet bereits. Bis zum 5. Juli soll alles fertig sein. „Dann gibt es für alle Helfer und Sponsoren ein Stegfest“, verrät Doreen Thorandt. Es ist warm an diesem Tag. Was wäre eine Badesteg ohne Badende. „Ich werde mir das Anbaden heute nicht nehmen lassen“, freut sich Sven Thorandt, noch den Akku-Schrauber in der Hand.



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