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Probleme in Gadebusch : Sporthalle bleibt Sorgenkind

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landkreis prüft Zustand der Sporteinrichtung und übt Kritik

von
erstellt am 14.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Der Schulelternrat der Heinrich-Heine-Schule macht Druck. Nach Protestbriefen und Bürgermeister-Gespräch folgte jetzt eine Besichtigung der mit Mängeln behafteten Halle durch Vertreter des Landkreises. „Wir möchten den Zustand nicht allein anhand der veröffentlichten Bilder bewerten“, sagt die Stellvertreterin der Landrätin Karla Krüger. Mit Vertretern des Gesundheits- und Schulamtes erläuterten Nicole Kunz und Björn Hildebrandt als Elternvertreter die Probleme. Diese reichen von splitternden Fußböden, losen Metallstangen eines Sicherheitszaunes, die in den Sportraum ragen, bis hin zu den schlechten hygienischen Bedingungen der Toiletten. Hinsichtlich der baulichen Mängel am Sicherheitszaun ging deutliche Kritik in Richtung Stadt: „Bewusst auf Instandsetzungsarbeiten verzichten, das geht nicht“, so Karla Krüger. Eine Botschaft, die Ingrid Schafranski als anwesende Stellvertreterin des Bürgermeisters mit in die nächste Kommunalvertreterrunde nimmt.

Genau dort wurde vor Jahren ein Sparkurs beschlossen – daraufhin die Warmwasserversorgung abgeklemmt und der Blick gänzlich auf einen Neubau einer Sporthalle ausgerichtet. Grund: Die Kosten einer Instandsetzung beliefen sich auf einen größeren sechsstelligen Bereich – Stand 2006/2007. Durch die angespannte Haushaltslage, entwickelte sich die Sporthalle zum Problemfall. „Ich sehe nur eine Möglichkeit, das ist eine Schließung“, sagt und fordert Nicole Kunz. Sie zeigt auf den Schimmelpilzbefall an Wänden und Deckenbereichen. Deren Beseitigung ist im Zuge der vom Landkreis verordneten Grundreinigung in den Osterferien vorgesehen. Ob die Zeit angesichts des Arbeitspensums ausreicht, bleibt fraglich. „Fest steht, dass diese Arbeiten durchgeführt werden“, so die Leiterin des Bauamtes Romy Elßner. In diesem Zusammenhang will Gadebusch die Sanitäreinrichtungen mit Handtüchern und Seife aufwerten.

Im Ergebnis der Beratung drängt der Landkreis auf eine Umsetzung seiner Verordnung: „Hierzu werden die Mitarbeiter des Fachdienstes Öffentlicher Gesundheitsdienst diese überwachen. Der Schimmelpilzbefall im Innenraum ist aus hygienischen-präventiver Sicht nicht tolerierbar.“

Einigkeit herrscht darüber, dass das Heft des Handelns in den Händen des Schulträgers und somit bei der Stadt Gadebusch liegt. Die wiederum möchte im Ergebnis der Debatte noch vor den Osterferien versuchen, Handwerker einzusetzen.

Schulleiterin Iris Lehmann spricht sich in puncto Neubau für ein gemeinsames Auftreten von Kreis und Stadt aus: „Wir brauchen solch ein Signal.“ Nach wie vor gibt es keine klaren Regeln zum Bau von Sporthallen. Bislang gelten diese als Sportstättenbau und sind somit nicht Bestandteil von Schulen. Somit gibt es maximal 300 000 Euro Förderung. Eine neue Halle kostet aber an die vier Millionen Euro. Ohne eine Sporthalle findet allerdings auch kein Fachunterricht statt. Iris Lehmann: „Hier sind Änderungen in der Politik erforderlich.“ Karla Krüger sieht Chancen: „Das Dezernat Sport untersteht jetzt dem Kulturministerium.“ Somit setzt Gadebusch auf Bildungsministerin Birgit Hesse, die als ehemalige Landrätin des Nordwestkreises die Problematiken kennt.

 

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