Ärger in Gadebusch : Sporthalle bleibt Brennpunkt

Rückblick: Vertreter des Kreises, der Stadt und Eltern diskutieren über Baumängel und den Zustand der Sporthalle der Heinrich-Heine-Schule.
Rückblick: Vertreter des Kreises, der Stadt und Eltern diskutieren über Baumängel und den Zustand der Sporthalle der Heinrich-Heine-Schule.

Kritik der Eltern: Farbgebung reichte nicht zur Schimmelbeseitigung

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11. Mai 2017, 04:45 Uhr

Die Stadt Gadebusch wird mit den vorzeitigen Planungen für einen möglichen Neubau einer Sporthalle in der Heinrich-Heine-Straße beginnen. Darauf verständigten sich die Stadtvertreter von Gadebusch. „Dieser Beschluss wird notwendig, damit wir ohne genehmigten Haushalt mit dem Projekt beginnen können“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest. Ein Bauprojekt, das die Stadt allerdings nur unter Berücksichtigung von Fördermitteln realisieren will. Das stellte Howest in seinem Bericht heraus.

Der Neubaugedanke ist das Resultat einer seit Monaten andauernden Protestwelle von Elternvertretern. Sie monierten gegenüber der Stadt die für sie schleppende Projekterarbeitung. Auslöser ist der baulich marode und hygienisch fragwürdige Zustand der Sporthalle der Regionalschule (wir berichteten).

Im Ergebnis stellte das Gesundheitsamt des Landkreises der Stadt Gadebusch ein Ultimatum, die Verstöße gegen Hygiene-Richtlinien zu korrigieren. Eine Handlungsanweisung, die eine großflächige Schimmelbeseitigung im Gebäude beinhaltete. Arbeiten, die über die Zeit der Osterferien durchgeführt wurden. Darunter das Anbringen neuer Ballfangnetze, Erneuerung des Prallschutzes an den Pfeilern sowie das Verlegen von Bodenbelag in den Umkleidebereichen.

Elternvertreter Björn Hildebrandt berichtet auf der Kommunalvertretersitzung allerdings von nicht behobenen Schäden: „Es besteht nach wie vor Verletzungsgefahr, da das Parkett weiter eine Gefahrenquelle darstellt.“ Hildebrandt beschuldigte die Stadtführung, nicht mit offenen Karten gegenüber den Kommunalvertretern zu spielen. Ein Vorwurf, den Stadtoberhaupt Urich Howest zurückwies. Er geriet dennoch in die Bredouille, da er zum Sitzungsauftakt verkündete, dass die Auflagen des Gesundheitsamtes erfüllt wurden.

Ein völlig anderes Bild zeichneten die Eltern, die von durchdringendem Schimmel an den frisch gemalerten Wänden sprachen. Ulrich Howest möchte nun prüfen, ob das zuständige Bauamt des Amtes Gadebusch falsche Informationen weitergereicht hat: „Wir als ehrenamtliche Kommunalvertreter müssen uns auf das Amt verlassen können.“

Schulelternratsvorsitzende Nicole Kunz forderte daraufhin eine erneute Überprüfung durch das Gesundheitsamt des Nordwestkreises. „Wenn sie das so fordern, werden wir mit den Behörden und ihnen als Elternvertreter vor Ort gehen“, so der Bürgermeister. Letztlich zähle nur eines, so Howest weiter: „Die Kinder dürfen keinerlei Gesundheitsgefahren ausgesetzt sein.“

Genau das befürchtet Nicole Kunz, denn nach ihrer Ansicht tritt der mit Farbe abgedeckte Schimmel erneut deutlich in den Vordergrund. „Wir werden mit der Schulleitung die Sperrung der Sporthalle beantragen. So geht es nicht weiter“, sagt Kunz. Aus Sicht der Eltern gab es Versprechen der Stadtpolitik, denen aus ihrer Sicht nur halbherzig durchgeführte Arbeitseinsätze folgten. Nicole Kunz: „Wir können weder von Grundreinigung noch von Schimmelbeseitigung sprechen.“

Der Neubau der Sporthalle wird mit drei bis vier Millionen Euro veranschlagt. In einem Gespräch gegenüber der SVZ sieht Innenminister Lorenz Caffier die Gadebuscher in der Pflicht, auch außerhalb von Förderrichtlinien Wege der Finanzierung zu finden. Für das Land fallen hier die insgesamt beachtenswerten Einnahmen von Steuermitteln ins Gewicht. Gadebusch selbst steht in der Kritik, den erforderlichen Sporthallenbau u.a. gegenüber Straßenbauprojekten vernachlässigt zu haben.  

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