Pferd aus dem Moor gezogen : „Spooky“ gerettet

Versunken im Moor: Alle Versuche, den 600 Kilogramm schweren Hengst „Spooky“ mittels einfacher Gerätschaften zu befreien, scheiterten. Das Tier sackte durch die ständige Eigenbewegung immer tiefer im Moor ein. Jan Fiedermann (unten kniend) schützt den Kopf des Pferdes gegen Einsinken. Fotos: Christian Nimtz
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Versunken im Moor: Alle Versuche, den 600 Kilogramm schweren Hengst „Spooky“ mittels einfacher Gerätschaften zu befreien, scheiterten. Das Tier sackte durch die ständige Eigenbewegung immer tiefer im Moor ein. Jan Fiedermann (unten kniend) schützt den Kopf des Pferdes gegen Einsinken. Fotos: Christian Nimtz

Reiterin und Pferd verunglücken im unwegsamen Gelände. Feuerwehr und THW gelang nach sechseinhalb Stunden die Rettung

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22. Juni 2015, 14:49 Uhr

Dramatische Bilder in der Nähe der Badestelle Rolandseck/Mölln im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg: Ein Hengst steckte im Moor fest und sackte immer tiefer ein. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) kämpften sechseinhalb Stunden um das Leben des Tieres. „Dieser Einsatz geht in die Geschichte der Möllner Feuerwehr ein“, berichtet der sichtlich erschöpfte Möllner Wehrführer Sven Stonies. Er und weitere zahlreiche Helfer konnten das Tier retten.

Eine Möllner Reiterin war in den Mittagsstunden am Sonntag mit ihrem Hengst „Spooky“ auf einem nur eineinhalb Meter breiten Waldweg in Richtung Lütauer See unterwegs. Links und rechts von diesem Weg befand sich ein Moorgebiet. Plötzlich kam das Tier vom Weg ab und sackte in einer angrenzenden Moorflächen ein. Die verzweifelte Besitzerin alarmierte die Feuerwehr. Die konnte jedoch nicht mit Technik vor Ort gelangen. Alle Versuche, den 600 Kilogramm schweren Hengst zu befreien, scheiterten. Ein so genannter Mehrzweckzug zum Heben von Lasten wurde zur Stabilisierung installiert. Zwei weitere Mehrzweckzüge folgten. Zudem wurde das Tier von unten mit Sandsäcken stabilisiert. Anschließend konnte das Tier mit den Lastenzügen gehoben werden.

Um das mittlerweile durch den Tierarzt betäubte Pferd abzutransportieren, bauten die THW-Kräfte ein Rollwagen aus Gerüstteilen. „Auf dieser Eigenkonstruktion konnte der elf Jahre alte und 600 Kilogramm schwere „Spooky“ durch die 45 Einsatzkräfte auf dem 400 Meter langen Sandweg geschoben und gezogen werden.

Nachdem das Tier langsam wieder zu sich kam, richtete es sich eigenständig wieder auf und konnte sich, wenn zunächst auch etwas wackelig, wieder auf den Beinen halten.

Alle Einsatzkräfte und die Besitzerin waren überglücklich, das diese schwierige und außergewöhnliche Rettung nach sechseinhalb Stunden dennoch ein gutes Ende nahm. „Dieser Einsatz dauerte länger als manches Großfeuer. Der Einsatzort lag an ein geografisch so ungünstigen Stelle, wie es hoffentlich kein zweites Mal vorkommt“, sagte Sven Stonies erleichtert nach dem Einsatz.

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