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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 10:35 Uhr

Spiel des Lebens als "Diegos Schatten"

vom

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2012 | 05:44 Uhr

Lübeck | 43 Minuten sind im Lübecker PokerStars.de-Stadion an der Lübecker Lohmühle gespielt. Schönbergs Verbandsligaspieler Daniel Bendlin hat bis dahin Wolfsburgs Spielmacher Diego eigentlich im Griff auch wenn es zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 für den Bundesligisten steht. Doch dann ändern die Wolfsburger blitzschnell die Spielrichtung, der 28-jährige Mittelfeldspieler des Verbandsligisten FC Schönberg 95 muss sich um einen anderen Wolfsburger Spieler kümmern, Diego steht frei und trifft prompt zum 3:0 vor der Pause. Doch für den 28-jährigen "Schatten" Diegos bleibt kaum Zeit, sich darüber zu ärgern. Gleich nach dem Wiederanpfiff versuchen die Wolfsburger erneut, die Schönberger schwindelig zu spielen und schaffen das auch. Am Ende heißt es 5:0 für die haushohen Favoriten und das ist für den FC Schönberg nicht einmal annähernd eine Blamage.

"Einstellig bleiben!" war das erklärte Ziel von Trainer Axel Giere und das setzte die Mannschaft aus der sechsten Liga gekonnt um, hatte sogar selbst die Möglichkeit zum Tor vor 3487 Zuschauern: Doch das gelingt am Ende nur einmal aus abseitsverdächtiger Stellung und die Möglichkeit wird zurückgepfiffen. "Der Ball springt genau vor mir richtig blöd auf und ich komme nicht mehr ran. Das wäre natürlich die Krönung", erklärt Daniel Bendlin, der trotzdem mit seiner Leistung und der der Mannschaft sehr zufrieden ist. "Da kann man mal den Unterschied sehen. Das sind Welten", so der Gadebuscher, der sich nach dem Spiel noch das Trikot von Christian Träsch sichert und damit sein ganz eigenes Souvenir von diesem Pokalabend hat.

Mit FC 95-Fan-Schal ausgerüstet ist Bendlin Mutti Marita. Sie ist mit der ganzen Familie nach Lübeck gereist, um "ihren" Daniel zu sehen und anzufeuern. "Es ist doch ein wahnsinniges Erlebnis. Davon träumt doch bestimmt jeder Fußballer mal", glaubt sie. Hoffnung auf ein gutes Spiel Daniel Bendlins hat auch Freundin Josefine. Sie sicherte sich genauso wie alle andere Freunde und Verwandte gleich ganz nah am Spielfeld einen Platz und konnte so alles fast hautnah erleben. Natürlich gab’s nach dem Spiel ein Küsschen: "Gut gemacht" hieß es. Das sah übrigens nicht nur die liebe Verwandtschaft so, auch Diego zollte der Laufbereitschaft des Schönberger Mittelfeldspielers Respekt und machte nach gut 30 Minuten den Daumen hoch für den Abwehrrecken, der dieses Spiel als das Spiel seines Lebens bezeichnet und davon sicher noch so manche Nacht träumen wird.

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